Krim: Angeblich 2000 russische Soldaten in Simferopol gelandet

Protokoll des Tages zur Krim-Krise: 2000 russische Soldaten in Simferopol gelandet

Krise auf der Krim: Über 2000 russische Soldaten sollen nahe Simferopol gelandet sein. Kiew fordert einen sofortigen Stopp der russischen "Provokationen". Die ukrainische Übergangsregierung fordert zudem eine Auslieferung des abgesetzten Präsidenten Viktor Janukowitsch. Dieser hält weiter an seinem Machtanspruch fest. In New York tagt der UN-Sicherheitsrat. Unser Protokoll des Tages fasst alle Geschehnisse zusammen.

+++21.32 Uhr: Hinter verschlossenen Türen hat die Sondersitzung des UN-Sicherheitsrates wegen der explosiven Lage in der Ukraine begonnen. Die 15 Ratsmitglieder werden von Oscar Fernandez-Taranco aus der UN-Politikabteilung über die Situation informiert, dann soll der ukrainische Botschafter Juri Sergejew sprechen. Anschließend berät das mächtigste UN-Gremium, wiederum nicht öffentlich. Konkrete Beschlüsse sind nicht zu erwarten. Beobachter erwarten höchstens, dass das Gremium alle Seiten zur Zurückhaltung aufruft.

+++ 21.24 Uhr: Der ukrainische Übergangspräsident Alexander Turtschinow hat den russischen Staatschef Wladimir Putin zu einer Einstellung der "Provokationen" auf der Krim aufgefordert. Das ukrainische Militär würde seine Pflicht erfüllen, wolle sich aber nicht in einen Konflikt hineinziehen lassen, sagte Turtschinow am Freitag. Russland solle stattdessen seine Truppen von der Krim zurückziehen.

+++ 21.17 Uhr: Der gestürzte ukrainische Präsident Viktor Janukowitsch hat nach Ansicht der US-Regierung "jede Legitimität eingebüßt". Janukowitsch habe "seine Amtspflichten verletzt" und sein Land verlassen, sagte die US-Außenamtssprecherin Jennifer Psak..

+++ 21.03 Uhr: Die Landung soll auf einer Militärbasis nahe Simferopol erfolgt sein. Nach Angaben des Vertreters der ukrainischen Präsidentschaft auf der Halbinsel Krim sind mehr als 2000 russische Soldaten gelandet. Der Sondergesandte Sergej Kunizyn sprach im Fernsehen von einer "bewaffneten Invasion"

+++ 20.54 Uhr: Wie AFP meldet sollen laut politischer Vertreter Kiews 2000 russische Soldaten in Simferopol gelandet sein.

+++ 20.39 Uhr: Kiew hat offiziell Protest gegen eine "Verletzung des Luftraums" der Ukraine durch Russland eingelegt. Das ukrainische Außenministerium forderte in einer Erklärung am Freitagabend den "sofortigen Rückzug" der Soldaten auf ihre Stützpunkte.

+++ 20.17 Uhr: Der UN-Sicherheitsrat kommt in wenigen Minuten in New York zu nicht öffentlichen Beratungen über die Krise in der Ukraine zusammen. Laut Diplomaten werden zunächst der ukrainische UN-Botschafter und der stellvertretende UN-Generalsekretär Jeffrey Feltman über die Lage in der Ukraine informieren, bevor es eine Diskussion gibt.

+++ 19.41 Uhr: Er soll zurückkommen: Die Ukraine setzt sich nach Angaben des Generalstaatesanwaltes für eine Auslieferung des gestürzten Präsidenten Viktor Janukowitsch aus Russland ein.

+++ 19.10 Uhr: Der UN-Sicherheitsrat will sich noch am Freitag bei einer kurzfristig einberufenen Sondersitzung mit der Krise in der Ukraine befassen. Das Treffen solle um 21 Uhr MEZ beginnen, teilten die Vereinten Nationen mit.

+++ 18.58 Uhr: Die Fluggesellschaft Ukraine International Airlines streicht nach eigenen Angaben alle Verbindungen auf die Krim, weil der Luftraum gesperrt ist.

+++ 18.39 Uhr: US-Außenminister John Kerry hat in einem Telefongespräch mit seinem russischen Kollegen Sergej Lawrow Besorgnis über militärische Aktivitäten auf der Krim zum Ausdruck gebracht. Lawrow habe ihm bei dem Telefonat am Freitag versichert, dass Russland die Souveränität und territoriale Integrität der Ukraine respektieren wolle, erklärte Kerry. Der Außenminister habe aber auch auf die Interessen Russlands in der früheren Sowjetrepublik verwiesen.

+++ 18.16 Uhr: Kanzlerin Angela Merkel hat mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin telefoniert und die Lage in der Ukraine erörtert. Bei dem Gespräch unterstrich die Kanzlerin ihre Sorge wegen einer möglichen Destabilisierung des Landes, wie Regierungssprecher Steffen Seibert mitteilte. Es gelte, jeden Schritt zu vermeiden, der zu einer Eskalation beitragen könnte. Auch mit Blick auf die Krim warb sie um Zurückhaltung.

+++ 17.58 Uhr: Die Ukraine hat eine Sondersitzung des UN-Sicherheitsrates beantragt. Die offizielle Anfrage sei am späten Freitagvormittag (Ortszeit) in New York eingegangen, bestätigte die derzeitige Präsidentin des mächtigsten UN-Gremiums, Litauens UN-Botschafterin Raimonda Murmokaite. Eine Sitzung noch am Freitag sei möglich. Beobachter erwarteten ein Treffen der 15 Ratsmitglieder am Samstag.

+++ 17.49 Uhr: Nach Ansicht des früheren luxemburgischen Premiers Jean-Claude Juncker muss Russland in die Beilegung der Krise der Ukraine einbezogen werden. Eine Lösung der Krise und eine Befriedung der Region werde es ohne eine aktive Mitwirkung Russlands nicht geben, sagte Juncker am Freitag in Bielefeld.

+++ 17.39 Uhr: Nun hat er sich doch geäußert: In seiner ersten Stellungnahme zur Krise in der Ukraine seit Tagen hat Russlands Präsident Wladimir Putin dazu aufgerufen, eine weitere Eskalation der Situation zu vermeiden. Putin habe bei Gesprächen mit europäischen Staatsführern "die extreme Bedeutung" betont, keine weitere Eskalation der Gewalt zu erlauben, teilte der Kreml am Freitag mit.

+++ 17.18 Uhr: Der SPD-Politiker Egon Bahr sieht aktuell keine Gefahr einer russischen Militärintervention in der Ukraine. "Das sind alles Spielchen, aber ich nehme sie nicht ernst", sagte der einstige Vordenker der deutschen Ostpolitik am Freitag hr-Info. Auch der Sicherheitsexperte Hans-Joachim Schmidt sieht derzeit keine Gefahr einer russischen Intervention auf der Krim.

+++ 17.16 Uhr: Im Innern des Flughafens lief die Abfertigung der Passagiere für Flüge nach Moskau und Kiew derweil ungestört weiter.

+++ 17.14 Uhr: Der Sprecher der Gruppe in Zivil, der sich als früherer Offizier namens Wladimir vorstellte, erklärte, sie wollten verhindern, dass "aus dem Westen der Ukraine Faschisten und Radikale" auf die Krim gelangten.

+++ 17.12 Uhr: Das Gebäude ist offenbar doch nicht wieder unter Kontrolle der Behörden.

+++ 17.08 Uhr: Zuvor hatte der ukrainische Sicherheitschef Andrij Parubij verkündet, der Flughafen in Simferopol ebenso wie der ebenfalls besetzte Militärflughafen von Sewastopol seien wieder unter Kontrolle.

+++ 17.06 Uhr: Vor dem Flughafen auf der Krim haben am Freitagnachmittag ein dutzend uniformierte Bewaffnete patrouilliert. Neben den Männern in identischen Uniformen ohne Rangabzeichen hielten auch rund dreißig prorussische Zivilisten vor den Flughafengebäude der Regionalhauptstadt die Stellung, wie ein AFP-Reporter berichtete.

+++ 17.04 Uhr: In Österreich sind Konten von insgesamt 18 Ukrainern betroffen. Die ukrainische Regierung habe in jedem der Fälle eine Begründung geliefert, warum das Konto eingefroren werden sollte. Es geht um den Verdacht von Menschenrechtsverletzungen beim blutigen Machtkampf in der Ukraine sowie um Korruptionsverdacht.

+++ 17.02 Uhr: Viele der 20 Betroffenen auf vom Schweizer Bundesrat veröffentlichten Liste sind ehemalige Minister der gestürzten Regierung. Unter ihnen sind der ehemalige Regierungschef Nikolai Asarow sowie die Ex-Minister für Finanzen, Juri Kolobow, und Justiz, Olena Lukasch, sowie der ehemalige Generalstaatsanwalt Viktor Pschonka.

+++ 16.56 Uhr: Die Regierung in Bern verfügte die Sperrung der Konten und stellte per Verordnung jegliche Handlung unter Strafe, die eine "Verwaltung oder Nutzung" dieser mutmaßlich durch Korruption angehäuften Gelder ermöglicht.

+++ 16.53 Uhr: Die Schweiz und Österreich haben eine Reihe von Konten gesperrt, auf denen Millionenbeträge des gestürzten ukrainischen Präsidenten Viktor Janukowitsch und seiner Gefolgsleute lagern. Zugleich eröffnete die Staatsanwaltschaft der Eidgenossenschaft gegen Janukowitsch und dessen Sohn Alexander ein Strafverfahren wegen des Verdachts der "schweren Geldwäsche".

+++ 16.50 Uhr: Bei der Pressekonferenz hatte Viktor Janukowitsch noch erklärt, keine Konten im Ausland zu haben.

+++ 16.48 Uhr: Schlag gegen die gestürzte ukrainische Führung: Vermögen in bislang unbekannter Millionenhöhe liegen im Ausland nun auf Eis. Die Ermittler eröffnen zudem ein Strafverfahren wegen Geldwäsche.

+++ 16.46 Uhr: Prominente Russen wie der 2,11 Meter große Ex-Boxer Nikolai Walujew und Valentina Tereschkowa - die erste Frau im Weltraum - geben sich auf der Krim die Klinke in die Hand. Auch der bekannte Rocker-Anführer "Chirurg", ein guter Kumpel von Präsident Wladimir Putin, fliegt nach Simferopol. Sie wollen der Krim "humanitäre Hilfe" leisten, wie sie auch Putin selbst ins Gespräch gebracht hat.

+++ 16.43 Uhr: Von einer "Machtdemonstration des Kreml" spricht der russische Politologe Georgi Tschischow.

+++ 16.41 Uhr: Das russische Außenministerium gibt sich demonstrativ einsilbig: Bei den Vorgängen auf der Krim handele es sich um einen innenpolitischen Prozess. Hinter den Kulissen scheint Moskau die Weichen für einen möglichen Beitritt der Krim zur Russischen Föderation zu stellen. Entsprechende Gesetzentwürfe der kremlnahen Partei Gerechtes Russland liegen der Staatsduma bereits vor.

+++ 16.30 Uhr: Der Sender Radio Liberty berichtet, Hunderte russische Soldaten seien als Verstärkung in Sewastopol eingetroffen. Russisches Militärgerät soll auf der Straße nach Simferopol unterwegs sein. Der ukrainische Innenminister Arsen Awakow spricht von "bewaffneter Invasion und Besatzung", von "Provokation". Zuständig sei nun der Nationale Sicherheitsrat - der kurz danach eilig von Interimspräsident Alexander Turtschinow einberufen wird.

+++ 16.15 Uhr: Dass die beiden Politiker, die gemeinsam für einen Machtwechsel in der Ex-Sowjetrepublik gekämpft hatten, nun in Konkurrenz treten könnten, sieht Vitali Klitschko scheinbar mit gemischten Gefühlen. "Ich sehe nichts Schlechtes, aber es wird sehr seltsam aussehen, wenn die (einstigen) Oppositionskräfte konkurrieren werden. Ich hoffe, dass die Konkurrenz, wenn es sie geben sollte, ehrlich, transparent und nach modernen europäischen Standards abläuft", sagte Klitschko.

+++ 16.11 Uhr: Julia Timoschenko tritt offenbar bei der Präsidentenwahl am 25. Mai an. Die aus der Haft entlassene Timoschenko habe Vitali Klitschko selbst vor zwei Tagen bei einem persönlichen Gespräch mitgeteilt, dass sie kandidieren wolle. Das sagte Klitschko am Freitag bei einer Parlamentssitzung in Kiew.

+++ 16.03 Uhr: Kursierende Zahlen zur Schieflage der Ex-Sowjetrepublik seien nicht bestätigt. Frank-Walter Steinmeier und Christine Lagarde stimmten darin überein, dass der genaue Hilfsbedarf noch ermittelt werde müsse. Die IWF-Chefin bekräftigte, dass ein Team des Krisenhelfers ab Anfang kommender Woche in der Ukraine Fakten sammelt und mit den Behörden spricht.

+++ 15.55 Uhr: Der Ukraine fehlen nach Angaben des amtierenden Finanzministers 35 Milliarden Dollar, um die kommenden zwei Jahre überstehen zu können. Angesichts des drohenden Staatsbankrotts hat die Ukraine am Donnerstag ein offizielles Hilfegesuch beim Internationalen Währungsfonds (IWF) eingereicht.

+++ 15.52 Uhr: Christine Lagarde, die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), hat sich gegen Panikmache hinsichtlich der Finanzlage in der Ukraine ausgesprochen. Der IWF sehe derzeit keine sehr kritische Situation, sagte die Französin am Freitag nach einem Treffen mit Außenminister Frank-Walter Steinmeier in Washington.

+++ 15.42 Uhr: Die Verantwortung für das aktuelle "Chaos und die Katastrophe" liege bei denen im Westen, die die "Banditen-Führung in Kiew" bei ihrem Staatsumsturz unterstützten, sagte der Politiker bei seiner Pressekonferenz in Rostow am Don.

+++ 15.40 Uhr: Viktor Janukowitsch hat dem Westen - allen voran der EU und den USA - Wortbruch vorgeworfen. Mehrere Außenminister der Europäischen Union hätten in der vergangenen Woche in Kiew in seinem Beisein eine Vereinbarung für den Ausweg aus der Krise ausgehandelt, an die sich aber niemand gehalten habe.

+++ 15.33 Uhr: Derweil hat Bundeskanzlerin Angela Merkel dem neuen ukrainischen Ministerpräsidenten Arseni Jazenjuk zu seiner Wahl gratuliert. In dem Telefonat am Mittag habe Merkel Respekt vor der schwierigen Aufgabe der Regierung geäußert, das Land wirtschaftlich und politisch zu stabilisieren. Deutschland werde die Ukraine dabei unterstützen, sagte die Kanzlerin nach Angaben eines Sprechers. Sie seien sich einig, dass die territoriale Integrität des Landes gewahrt werden müsse.

+++ 15.22 Uhr: Nach fast 70 Minuten beendet Viktor Janukowitsch die Pressekonferenz und verlässt umgehend den Raum.

+++ 15.20 Uhr: Zum ukrainischen Volk sagt Janukowitsch: "Ich entschuldige mich. Ich bitte um die Vergebung aller die gelitten haben und noch immer leiden. Wäre ich jetzt in der Ukraine, würde ich niederknien. Ich bin sicher, für die heutige Regierung gibt es kein ukrainisches Volk. Das ist einfach nichts. Aber die Wahrheit kommt ans Licht."

+++ 15.19 Uhr: Zur Besetzung der Krim sagt Janukowitsch an die prorussischen Aktivisten gewandt: "Besinnt euch und hört mit diesem Protest auf. Sie alle werden dafür haften. Jetzt schon. Klar ist, wie das alles endet: das ukrainische Volk wird sich damit nicht einverstanden erklären. Deshalb möchte ich sagen: geht! Mutet dem ukrainischen Volk nicht noch mehr Kummer zu."

+++ 15.17 Uhr: Janukowitsch verneint die Existenz von Konten im Ausland. Die Schweiz hatte am Donnerstag angedeutet, mögliche Konten von Janukowitsch einfrieren zu wollen.

+++ 15.14 Uhr: Zur Präsidenten-Residenz von 600 Quadratmeter Größe und üppiger Ausstattung wie einem Zoo sagt Janukowitsch: "Das ist ein sehr sehr altes Haus, das sollte saniert werden. Ich wurde aus dem Haus vertrieben."

+++ 15.12 Uhr: "Russland sollte alle Möglichkeiten nutzen, um Chaos und Terror zu unterbinden, den es heute gibt in der Ukraine", sagt Janukowitsch. Kremlchef Wladimir Putin müsse seine bisherige Zurückhaltung aufgeben, meint Janukowitsch. Er spricht sich allerdings gegen eine Militärintervention aus.

+++ 15.10 Uhr: Janukowitsch verneint noch einmal, Kontakt zu Russlands Präsident Putin gehabt zu haben. "Ich bin absolut dagegen, die Ukraine zu teilen", sagt Janukowitsch zum Ende der Pressekonferenz.

+++ 15.09 Uhr: "Ich wiederhole noch einmal, ich bin gesetzlich gewählter Präsident der Ukraine. Und das bleibe ich."

+++ 14.57 Uhr: "Keine Macht ist das Blutvergießen wert", sagt Janukowitsch. "Ich habe der Miliz nie gesagt, sie soll schießen." Damit verteidigt Janukowitsch das gewaltvolle Eingreifen der Berkut Polizeieinheiten als "Notwehr".

+++ 14.54 Uhr: An den Wahlen am 25. Mai will Janukowitsch nicht teilnehmen. Er sieht sich noch immer als rechtsmäßig gewählter Präsident der Ukraine und ignoriert den Sturz durch die Opposition.

+++ 14.50 Uhr: "Was Julia Timoschenko angeht, ich weiß nicht, wie ihr Schicksal weiter verläuft, ob sie sich zur Wahl stellt", sagt Janukowitsch. "Was das Verfahren gegen sie betrifft: sie wurde von einem ukrainischen Gericht verurteilt. Sie hatte dort wunderbare Bedingungen. Ich habe ihr nie etwas böses gewünscht. Ich habe keine persönlichen Ansprüche an sie. Aber die Abkommen, die sie mit Russland unterzeichnet hat, haben dem Land Verluste gebracht, die alle Bürger der Ukraine tragen mussten."

+++ 14.48 Uhr: "Hören Sie damit auf! Es ist noch nicht zu spät, die Macht zurückzugeben", appelliert Janukowitsch an die Übergangsregierung.

+++ 14.45 Uhr: Auf die Frage, wie Janukowitsch für die Zukunft der Ukraine kämpfen möchte: "Sobald ich die Möglichkeit habe und entsprechende Garantien zu meiner Sicherheit - auch von internationalen Vermittlern, kehre ich in die Ukraine zurück", sagt Janukowitsch. Er fordert den Westen auf, die Verantwortung für die Lage in der Ukraine zu übernehmen.

+++ 14.41 Uhr: "Die Ukraine hat einen wichtigen Partner verloren und dieser Partner ist Russland", sagt Janukowitsch im Zusammenhang mit dem Staatsbankrott der Ukraine.

+++ 14.37 Uhr: Die neue Regierung bezeichnet Janukowitsch als "pro-faschistische Verbrecher".

+++ 14.34 Uhr: Janukowitsch erklärt, dass er unter Geleit der patriotischen Offiziere nach Russland gekommen ist. "Sie haben mir mein Leben gerettet." Weiter sagt Janukowitsch, noch nicht mit Putin gesprochen zu haben.

+++ 14.32 Uhr: "Als amtierender Präsdident der Ukraine sage ich, die Krim soll ein Teil der Ukraine bleiben." Er werde Russland nicht um militärische Unterstützung bitten. Er will in die Ukraine zurückkehren, sobald die Sicherheit seiner Familie gewährleistet werden könne.

+++ 14.30 Uhr: Zur Lage auf der Krim sagt Janukowitsch: "Das ist eine ganz natürliche Reaktion." Die Menschen würden nur ihre Familie und Häuser schützen.

+++ 14.26 Uhr: "Ich hatte keine Angst. Es gab einfach keine Sicherheitsvorkehrungen mehr", sagt Janukowitsch.

+++ 14.24 Uhr: "Ich bin nicht geflüchtet, ich bin nach Charkow umgezogen", sagt Janukowitsch und erklärt, beschossen worden zu sein.

+++ 14.23 Uhr: Es folgen Fragen zur Flucht Janukowitschs.

+++ 14.20 Uhr: Janukowitsch macht den Westen für die Krise in der Ukraine verantwortlich. Dieser habe der Opposition auf dem Unabhängigkeitsplatz in Kiew nachgegeben, sagt er auf einer Pressekonferenz im russischen Rostow am Don. Er habe auf den Anstand der westlichen Vermittler vertraut, als er das Abkommen mit der Opposition unterschrieben habe. "Gesetzlosigkeit, Terror, Anarchie und Chaos" seien die Folge.

+++ 14.18 Uhr: Seinen Sturz hat Janukowitsch in seiner Ansprache nicht akzeptiert. Er hält weiter an seinem Machtanspruch fest. "Ich werde für die Ukraine kämpfen", sagt er.

+++ 14.16 Uhr: Janukowitsch hat seine kurze Ansprache beendet und beantwortet die Fragen der Journalisten.

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+++ 14.15 Uhr: Janukowitsch kündigt eine Volksabstimmung über die Zukunft der Ukraine an.

+++ 14.14 Uhr: Viktor Janukowitsch spricht von einer unverantwortlichen Politik des Westens, wodurch die Maidan-Bewegung unterstützt wurde.

+++ 14.13 Uhr: "Die bewaffneten Menschen müssen die Straßen räumen. Wir müssen das Leben der ukrainischen Bürger in Kiew und in allen anderen Regionen wieder herstellen", sagt Janukowitsch und räumt ein, dass eine Wiederherstellung der Ordnung nicht einfach sei.

+++ 14.12 Uhr: Er habe die Ukraine nur verlassen, weil er um die Sicherheit seiner Familie gefürchtet habe, sagt Janukowitsch.

+++ 14.11 Uhr: "Nun ist die Zeit gekommen um zu sagen, dass ich vorhabe, um die Ukraine zu kämpfen. Keiner hat mich gestürzt, ich war einfach nur gezwungen, das Land zu verlassen", sagt Janukowitsch zu Beginn der Rede.

+++ 14.10 Uhr: Janukowitsch spricht vor der Presse.

+++ 13.56 Uhr: Um 14 Uhr will Viktor Janukowitsch vor die Presse treten. Auf Twitter tauchen erste Bilder aus dem Konferenzraum auf:

Several police officers in uniform guarding inside the conference room, full of journalists #Yanukovich #Rostovondon pic.twitter.com/9qam2ulVG6

+++ 13.45 Uhr: Hinter der Besetzung zweier Flugplätze auf der ukrainischen Halbinsel Krim steckt nach Darstellung der Regierung in Kiew die russische Führung. Die Bewaffneten gehörten zwei Gruppen an, die ihre Befehle aus dem Kreml erhielten, sagt der Sekretär des nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrates, Andrej Parubi.

+++ 13.26 Uhr: Künftig kann ein Land oder Landesteil sich Russland bereits anschließen, wenn es dies bei einem Referendum beschließt, heißt es in dem Entwurf, den die kremltreue Partei Gerechtes Russland am Freitag in der Staatsduma einbrachte.

+++ 13.25 Uhr: Russische Abgeordnete haben die Diskussion über eine mögliche Abspaltung der Halbinsel Krim vom Nachbarland Ukraine mit einem Gesetzentwurf weiter angeheizt.

+++ 13.10 Uhr: Die ukrainische Justiz trifft Vorbereitungen, um die Auslieferung des in Russland vermuteten, abgesetzten Präsidenten Viktor Janukowitsch zu erwirken.

+++ 13.02 Uhr: Das Präsidium des Seimas in Vilnius fasst einen entsprechenden Beschluss, berichtet die Agentur BNS. "Wir denken, dass dieser Ort für sein Bild zu ehrenvoll ist", sagte Parlamentssprecherin Loreta Grauziniene.

+++ 13.01 Uhr: Litauens Parlament verbannt das Porträt des abgesetzten ukrainischen Ex-Präsidenten Viktor Janukowitsch aus der Bildergalerie seiner Ehrengäste.

+++ 12.45 Uhr: Die EU-Kommission ruft dazu auf, die Spannungen auf der ukrainischen Halbinsel Krim politisch zu lösen. Alle Beteiligten sollten sich mäßigen und zurückhalten.

+++ 12.38 Uhr: In etwas mehr als einer Stunde soll Viktor Janukowitsch vor die Presse treten. Ob er etwas zu den Ermittlungen der Schweizer Staatsanwaltschaft sagen wird, ist noch unklar.

+++ 12.25 Uhr: Die Schweizer Regierung ordnet die Sperrung der Konten von Personen mit Verbindung zum gestürzten ukrainischen Präsidenten Janukowitsch an. Betroffen sind 20 Personen.

+++ 12.20 Uhr: Wie "Russia Today" twittert, sollen sich die Bewaffneten teilweise vom Flughafen Simferopol zurückziehen.

DETAILS: Few dozen of armed men identified by airport officials as "self-defense squads” leaving #Simferopol airport http://t.co/Z26QCZn8tK

+++ 12.14 Uhr: Und nun ermittelt auch die Staatsanwaltschaft in der Schweiz gegen Janukowitsch und dessen Sohn wegen des Verdachts der Geldwäsche.

+++ 12.08 Uhr: Die Schweizer Polizei durchsucht Büros einer Janukowitsch-Firma in Genf.

+++ 12.01 Uhr: Ein Ministeriumssprecher hatte zuvor erklärt, "Extremisten" versucht, das Kiewer Höhlenkloster und das ebenfalls bedeutende Himmelfahrtskloster im westukrainischen Potschajew mit Gewalt zu stürmen.

+++ 12 Uhr: Das russische Außenministerium hat gegen Übergriffe auf die Moskau unterstehende orthodoxe Kirche in der Ukraine protestiert. Kiew müsse die "Schändung von orthodoxen Kirchen" und die Einmischung in kirchliche Angelegenheiten unterbinden, heißt es in einer Erklärung.

+++ 11.52 Uhr: Die Staatsanwaltschaft Genf leitet Ermittlungen gegen den abgesetzten ukrainischen Präsidenten Viktor Janukowitsch und dessen Sohn Alexander wegen Verdachts auf Geldwäsche ein.

+++ 11.49 Uhr: Bei Finanzhilfen für die vom Staatsbankrott bedrohte Ukraine sollte nach Ansicht von Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) der Internationale Währungsfonds (IWF) eine zentrale Rolle übernehmen. "Voraussetzung für Hilfen ist, dass die notwendigen Reformen auf den Weg gebracht werden. Dafür steht der IWF", heißt es am Freitag im Bundesfinanzministerium.

+++ 11.40 Uhr: Übergangspräsident Olexander Turtschinow entlässt den Chef der Streitkräfte.

+++ 11.27 Uhr: Nach seiner Festnahme bei Protesten ist der russische Oppositionsführer Alexej Nawalny für zwei Monaten unter Hausarrest gestellt worden. Der Gegner von Kremlchef Wladimir Putin steht wegen einer umstrittenen Justizstrafe unter Bewährung. Er habe mehrmals gegen Auflagen verstoßen, entschied ein Gericht am Freitag in Moskau.

+++ 11.15 Uhr: Kiew fordert die USA und Großbritannien auf, die Souveränität des Landes zu garantieren. In einer Entschließung forderte das Parlament die Unterzeichnerstaaten des Budapester Memorandums auf, ihre Sicherheitsgarantien für die Ukraine zu "bestätigen" und mit sofortigen Verhandlungen zu einem Abbau der Spannungen beizutragen.

+++ 10.55 Uhr: Die Justiz in der Ukraine hat einen zweiten umstrittenen Strafprozess gegen Ex-Regierungschefin Julia Timoschenko eingestellt. Die Vorwürfe der Steuerhinterziehung und Veruntreuung würden aus Mangel an Beweisen fallengelassen, teilt Richter Konstantin Sadowski in Charkow mit.

+++ 10.50 Uhr: Wie Innenminister Awakow auf seiner Facebook-Seite schreibt, solle das Vorgehen Russlands auf der Krim offenbar "Blutvergießen" provozieren.

+++ 10.40 Uhr: Die ukrainische Zentralbank legt eine Obergrenze für Abhebungen von Devisen fest. Ausländische Währungen dürfen von Konten nur noch im Gegenwert von bis zu umgerechnet 1500 Dollar pro Tag abgehoben werden.

+++ 10.24 Uhr: Das ukrainische Parlament bekärftigt seine Warnungen an Russland: Moskau müsse alle Handlungen unterlassen, die die territoriale Einheit des Landes gefährdeten, heißt es in einer Entschließung der Obersten Rada.

+++ 10.15 Uhr: Nach Angaben des ukrainischen Innenministers Awakow blockieren "bewaffnete Einheiten" der russischen Schwarzmeerflotte zudem den Flughafen Belbek bei Sewastopol, wo die Schwarzmeerflotte stationiert ist.

+++ 9.53 Uhr: Zudem bittet das ukrainische Parlament den UN-Sicherheitsrat, sich auf einer Tagung mit der Krise in dem Land zu befassen.

+++ 9.50 Uhr: Das ukrainische Parlament fordert Russland eindringlich auf, alle Maßnahmen zu beenden, die die territoriale Unversehrtheit der Ukraine untergraben.

+++ 9.45 Uhr: Der amtierende ukrainische Präsident Alexander Turtschinow hat ein Dringlichkeitstreffen der Sicherheitschefs wegen der Lage auf der Krim einberufen.

+++ 9.38 Uhr: Die russische Schwarzmeerflotte hat einem Bericht zufolge eine Beteiligung an der Besetzung eines Militärflughafens auf der Krim-Halbinsel bestritten. Die Soldaten seien nicht in das Gebiet um den Flughafen nahe der Stadt Sewastopol vorgedrungen und hätten es auch nicht blockiert, zitiert die russische Nachrichtenagentur Interfax einen Militärsprecher.

+++ 9.27 Uhr: Angesichts der noch andauernden Diskussion auf EU-Ebene zur Umsetzung möglicher Sanktionen sei dies eine erste Vorsichtsmaßnahme, sagt Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP).

+++ 9.24 Uhr: Auf Ersuchen der neuen Regierung in Kiew friert Österreich die Konten von 18 Ukrainern bei heimischen Banken bis auf Weiteres ein. Das teilt das Außenministerium der Nachrichtenagentur APA mit.

+++ 9.16 Uhr: Der Politologe Taras Beresowez schätzt die Lage auf der Krim als "brandgefährlich" ein. "Man muss begreifen, dass die Krim sich einen halben Schritt von der Entfesselung eines vollständigen Bürgerkrieges befindet. 300.000 Krimtataren werden niemals die Errichtung eines russischen Protektorats auf der Krim zulassen."

+++ 9.09 Uhr: Und weiter sagt er: "Wenn die alle zusammen kooperieren, dann kriegen wir das hin." Die Hilfe sei auch deshalb erforderlich, weil mit Deutschlands Nachbarn Polen ein wichtiger Partner unmittelbar von der Krise betroffen sei. "Deshalb hat die EU allen Grund, schnell zu helfen."

+++ 9.05 Uhr: Der Westen sollte der Ukraine nach den Worten von EU-Parlamentspräsident Martin Schulz gemeinsam schnell mit Finanzhilfen unter die Arme greifen. "Die EU alleine wird das nicht stemmen können. Aber es gibt ja eben auch die Vereinigten Staaten und den Internationalen Währungsfonds", sagt der SPD-Politiker am Freitag im ARD-Morgenmagazin.

+++ 8.58 Uhr: Die Agentur Interfax widerspricht Asakow und meldet hingegen, bei den bewaffneten und uniformierten Männern handele es sich um prorussische "Selbstverteidigungskräfte". Es gebe keinen Zusammenhang zum russischen Militär, hieß es unter Berufung auf "informierte Kreise".

+++ 8.40 Uhr: Es handle sich um ein Vorgehen, das alle internationalen Vereinbarungen und Normen verletze, schreibt Asakow weiter.

+++ 8.38 Uhr: Innenminister Asakow spricht von einer "direkten Provokation" auf dem Territorium eines unabhängigen Staates.

+++ 8.30 Uhr: Über den Kurznachrichtendienst Twitter verschickte Julia Smirnowa ein Foto von der Blockade der Zufahrstwege zum Flughafen Sewastopol.

Road to Sevastopol airport blocked by armed people pic.twitter.com/JFn566gIlL

+++ 8.20 Uhr:Awakow schrieb auf Facebook, der internationale Flughafen Belbek werde von Einheiten der russischen Marine blockiert. Diese Blockade sei "ein militärischer Einmarsch und eine Besatzung". Am Donnerstag hatte bereits der ukrainische Übergangspräsident Alexander Turtschinow Russland vor einer "militärischen Aggression" gewarnt.

+++ 8.07: Das russische Militär hat nach Angaben des ukrainischen Innenministeriums den Flughafen der Stadt Sewastopol auf der Halbinsel Krim gesperrt. Das gibt der kommissarische Innenminister Arsen Awakow am Freitag bekannt. Dort ist die russische Schwarzmeerflotte stationiert.

+++ 7.54 Uhr: Der Energiekommissar der EU, Günther Oettinger, bietet der Ukraine Finanzhilfe bei der Reparatur ihrer Gasleitungen an. Oettinger sagt dem Magazin "Focus": "Wir sind bereit, bei der Sanierung des Gasleitungsnetzes der Ukraine zu helfen." Dabei gehe es um einen größeren dreistelligen Millionenbetrag.

+++ 7.50 Uhr: Medienberichten zufolge sollten am Freitag eigentlich Vertreter der proeuropäischen Übergangsregierung der Ukraine, die am Donnerstag vom Parlament in Kiew bestätigt worden war, in Simferopol landen.

+++ 7.48 Uhr: Sie patrouillieren auf dem Gelände. Es ist auch zu sehen wie sie den Kontrollturm betreten. Die Bewaffneten stehen auch vor dem Passagier-Terminal, lassen aber Flugreisende ungehindert rein und raus. Einer der Männer sagte, sie würden einen normalen Flugbetrieb erlauben.

+++ 7.47 Uhr: Widersprüchliche Meldungen aus Simferopol: Entgegen anders lautender Meldungen sollen die bewaffneten Männer mit Sturmgewehren noch immer die Kontrolle über den Flughafen der Stadt haben. Das meldet die Nachrichtenagentur Reuters.

+++ 7.37 Uhr: Russische Soldaten haben am Rande des Militär-Flughafens in Sewastopol auf der Halbinsel Krim Stellung bezogen. Das berichtete die russische Nachrichtenagentur Interfax.

+++ 7.31 Uhr: Der Betrieb am Flughafen Simferopol ist nach der kurzzeitigen Besetzung nicht beeinträchtigt. Flugzeuge würden wie geplant landen und abheben, zitierte die russische Staatsagentur Ria Nowosti eine Mitarbeiterin des ukrainischen Airports am Freitagmorgen.

+++ 7.18 Uhr: Außerdem solle sie mit ausländischen Partnern wie dem Internationalen Währungsfonds (IWF) und den führenden Industrieländern über Finanzhilfen für die Ukraine beraten.

+++ 7.15 Uhr: Russlands Präsident Wladimir Putin hat die Regierung angewiesen, die Gespräche mit der Ukraine über Wirtschafts- und Handelsbeziehungen fortzusetzen.

+++ 5.11 Uhr: Rund eine Woche nach dem Umsturz in der Ukraine will sich der abgesetzte Präsident Viktor Janukowitsch erstmals öffentlich zu Wort melden. Heute werde er in Rostow am Don nahe der ukrainisch-russischen Grenze eine Pressekonferenz abhalten, ließ Janukowitsch am Vortag mitteilen.

+++ 4.21 Uhr: Wie "Russia Today" twittert, sollen die Bewaffneten auf der Suche nach ukrainischen Soldaten gewesen sein.

UPDATE: Gunmen raided #Simferopol airport in search of Ukrainian airborne troops — press service http://t.co/GbaBpGYsxc #Ukraine

+++ 3.01 Uhr: Vor dem Flughafen habe sich eine Menschenmenge angesammelt, es seien Flaggen der russischen Schwarzmeerflotte zu sehen.

+++ 2.40 Uhr: Eine Gruppe Bewaffneter hat den Flughafen der Stadt Simferopol auf der südukrainischen Halbinsel Krim unter ihre Kontrolle gebracht. Das berichtete die Nachrichtenagentur Interfax-Ukraine.

(felt)
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