Wolodymyr Selenskyj „Ukraine wird Krieg gegen Russland ohne US-Hilfen verlieren“

Kiew · Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat einmal mehr eindringlich an die Republikaner im US-Kongress appelliert, die von ihnen blockierten Milliarden-Hilfen für Kiew freizugeben.

Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine, spricht während einer Pressekonferenz (Archivbild).

Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine, spricht während einer Pressekonferenz (Archivbild).

Foto: dpa/Evgeniy Maloletka

„Wenn der Kongress der Ukraine nicht hilft, wird die Ukraine den Krieg verlieren“, sagte Selenskyj am Sonntag bei einer Videokonferenz der Regierungsinitiative United24, die Spenden sammelt. Die Ukraine leidet angesichts der Verzögerungen unter Munitionsmangel an der Front.

Ukraine-Krieg - Bilder von der Front in Bachmut​
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Foto: Till Mayer

„Ohne die Unterstützung des Kongresses wird es für uns schwierig sein, als Land zu gewinnen oder sogar zu überleben“, betonte Selenskyj in seiner in Onlinenetzwerken verbreiteten Rede. „Wenn die Ukraine den Krieg verliert, werden andere Staaten angegriffen werden“, warnte der ukrainische Präsident weiter.

Die USA sind seit der russischen Invasion im Februar 2022 der wichtigste militärische Unterstützer Kiews. Doch seit dem vergangenem Jahr blockieren die Republikaner im Kongress unter dem Druck des früheren US-Präsidenten Donald Trump, der im November erneut zur Wahl antreten will, ein neues Ukraine-Hilfspaket im Wert von 60 Milliarden Dollar (rund 55 Milliarden Euro). Sie fordern im Gegenzug für ihre Zustimmung härtere Maßnahmen zur Sicherung der US-Grenze zu Mexiko. US-Präsident Joe Biden hat die Republikaner wiederholt aufgefordert, ihre Blockadehaltung aufzugeben.

Derweil sind am Sonntag durch russischen Beschuss in der teils besetzten Region Saporischschja im Südosten der Ukraine nach ukrainischen Angaben drei Menschen getötet worden. Ein Haus in der an der Front gelegenen Stadt Huljajpole, in dem sich die Opfer aufgehalten hätten, sei am Sonntag von einem Geschoss getroffen worden, teilte Regionalgouverneur Iwan Fedorow mit. Demnach wurden später zwei Menschen durch weitere Bombardements in Huljajpole verletzt.

Aus der Region Charkiw im Nordosten der Ukraine meldete Gouverneur Oleh Synjehubow unterdessen drei Verletzte durch einen russischen Angriff.

Im russischen Grenzgebiet Belgorod sei zudem ein Mädchen ums Leben gekommen, als Trümmer einer abgeschossenen ukrainischen Drohne auf ein Auto gestürzt seien, in dem es mit seiner Familie gesessen habe, teilte Regionalgouverneur Wjatscheslaw Gladkow über Telegram mit. Vier weitere Menschen seien dabei verletzt worden.

(felt/AFP)
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