Krieg in der Ukraine Russland nimmt erneut ukrainische Energieinfrastruktur unter heftigen Beschuss

Kiew · Nur zwei Tage nach der jüngsten Angriffswelle hat Russland in der Nacht auf Samstag ukrainischen Angaben zufolge erneut die Infrastruktur des Landes massiv unter Beschuss genommen.

 Blick auf einen Block des Kernkraftwerks Saporischschja, das die Russen besetzt halten. (Archiv)

Blick auf einen Block des Kernkraftwerks Saporischschja, das die Russen besetzt halten. (Archiv)

Foto: dpa/Victor

Wie das Energieministerium in Kiew erklärte, wurden dabei Einrichtungen des nationalen Netzbetreibers Ukrenergo in der westlichen Region Lwiw sowie in der Region Saporischschja beschädigt. Es handle sich um die achte Angriffswelle dieser Art auf die Energieinfrastruktur in den vergangenen drei Monaten.

Russland greift die ukrainische Energieinfrastruktur seit Beginn der Invasion des Landes im Februar 2022 regelmäßig mit Raketen und Drohnen an. Durch die gezielten Angriffe kommt es immer wieder zu Stromausfällen und Energieengpässen, die Ukraine erhöhte ihre Stromimporte aus anderen europäischen Ländern deutlich. Präsident Wolodymyr Selenskyj sagte kürzlich, das Land könne im Vergleich zum Vorjahr nur noch halb so viel Strom produzieren.

Bei der bisher letzten Angriffswelle in der Nacht auf Donnerstag waren nach Behördenangaben ein Wärmekraftwerk schwer beschädigt und sieben Angestellte verletzt worden. Staatschef Selenskyj kündigte in der Folge die Installation von Solaranlagen, intelligenten Stromzählern und Stromspeichern „in jeder Schule und jedem Krankenhaus“ an.

Umspannwerke in russisch besetztem Kernkraftwerk Saporischschja laut Russland nach ukrainischem Drohnenangriff außer Betrieb

Von Russland eingesetzte Behörden melden einen ukrainischen Drohnenangriff auf zwei Umspannwerke in Enerhodar, die auch das russisch besetzte Kernkraftwerk Saporischschja mit Strom versorgen. Nach Angaben der Behörden sind die Umspannwerke nun außer Betrieb. Die meisten Einwohner der Stadt seien nun ohne Strom. Laut Berichten russischer Nachrichtenagenturen ist das russisch besetzte Kernkraftwerk Saporischschja jedoch nicht betroffen. Die Agenturen berufen sich auf den Leiter der Kommunikationsabteilung von Saporischschja. Demnach habe der Drohnenangriff keine Auswirkungen auf das Kernkraftwerk gehabt. Das Umspannwerk könne repariert werden. Die Ukraine hat sich bisher nicht zu der Meldung geäußert. Reuters konnte die Berichte nicht unabhängig bestätigen.

(aku/AFP/Reuters)