Russische Nachrichtenagenturen Putin besuchte eingenommene Hafenstadt Mariupol

Moskau/Mariupol · Der russische Präsident soll die besetzte ukrainische Hafenstadt Mariupol besucht haben. Das wäre Putins erster persönlicher Aufenthalt in einer von Russland im September illegal annektierten ukrainischen Region. Am Samstag war er zum neunten Jahrestag der Annexion der Krim auf der Halbinsel.

 Auf dem von der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Sputnik veröffentlichten Foto hören Wladimir Putin (M), Präsident von Russland, und Michail Raswoschajew (l), Gouverneur von Sewastopol, Bischof Tichon der Russisch-Orthodoxen Kirche während eines Besuchs einer Kunstschule für Kinder zu. Kremlchef Putin ist zum neunten Jahrestag der russischen Annexion der Krim zu einem unangekündigten Besuch auf der Schwarzmeer-Halbinsel eingetroffen. Im Anschluss hat er die ukrainische Hafenstadt Mariupol besucht.

Auf dem von der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Sputnik veröffentlichten Foto hören Wladimir Putin (M), Präsident von Russland, und Michail Raswoschajew (l), Gouverneur von Sewastopol, Bischof Tichon der Russisch-Orthodoxen Kirche während eines Besuchs einer Kunstschule für Kinder zu. Kremlchef Putin ist zum neunten Jahrestag der russischen Annexion der Krim zu einem unangekündigten Besuch auf der Schwarzmeer-Halbinsel eingetroffen. Im Anschluss hat er die ukrainische Hafenstadt Mariupol besucht.

Foto: dpa/Uncredited

Erstmals seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine hat Kremlchef Wladimir Putin die besetzten Gebiete des Nachbarlandes besucht. Wie der Kreml in der Nacht zum Sonntag mitteilte, hatte Putin der in schweren Kämpfen zerstörten Hafenstadt Mariupol am Asowschen Meer einen „Arbeitsbesuch“ abgestattet. Das russische Staatsfernsehen zeigte den 70-Jährigen am Steuer eines Autos beim Fahren durch die nächtliche Stadt. Zu sehen waren am Rande auch Zerstörungen an Gebäuden.

Nach seiner Ankunft in einem Hubschrauber habe sich bei einer Rundfahrt über die Lage informiert und sich auch mit Bewohnern der Stadt unterhalten, teilte der Kreml weiter mit. Russlands stellvertretender Regierungschef Marat Chusnullin habe Putin über den Stand der Wiederaufbauarbeiten informiert. „Die Menschen beginnen, in die Stadt zurückzukehren“, sagte Chusnullin auf dem Beifahrersitz. In Mariupol gebe es wieder Straßenbeleuchtung und Busverkehr.

Das Staatsfernsehen zeigte dem Bericht zufolge auch den Besuch Putins in der Philharmonie der Stadt, wo der Präsident auf einem Stuhl in einem Saal Platz nahm. Nach Darstellung Chusnullins ist zudem ein Universitätsgebäude samt Studentenwohnheim intakt. Gezeigt wurden auch Bürger, die Putin für den unangekündigten Besuch dankten.

Nach Kremlangaben führte Putin in der russischen Stadt Rostow am Don nahe der Ukraine zudem eine Sitzung in einer Kommandostelle für die „militärische Spezialoperation“ gegen die Ukraine, wie der Krieg in Russland offiziell genannt wird. Dort ließ sich der Präsident von Kommandeur Waleri Gerassimow, der auch Chef des russischen Generalstabs ist, und anderen Offizieren über den Gang der Kampfhandlungen in dem Nachbarland unterrichten.

Putin hatte am Samstagnachmittag die 2014 annektierte ukrainische Schwarzmeer-Halbinsel Krim besucht. Das Staatsfernsehen verbreitete zum 9. Jahrestag der Einverleibung Bilder, auf denen der Kremlchef wiederum selbst am Steuer eines Autos und bei der Eröffnung einer Kunstschule für Kinder in der Hafenstadt Sewastopol zu sehen war.

Russland hatte den Angriffskrieg gegen die Ukraine am 24. Februar des Vorjahres begonnen. Mariupol wurde von russischen Truppen belagert und geriet erst am 20. Mai unter vollständige Kontrolle des russischen Militärs. Die Stadt wurde während der Kämpfe weitgehend zerstört. Die Ukraine kündigte an, Mariupol zu befreien.

(dpa/jh)
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