Krieg in der Ukraine Letzter Reaktor im AKW Saporischschja in Kaltzustand versetzt

Enerhodar · Seit zwei Jahren halten russische Truppen das AKW Saporischschja im Süden der Ukraine besetzt. Wegen der anhaltenden Gefechte wurde nun der letzte Reaktor abgeschaltet. Die Details.

 Auf diesem während einer vom russischen Verteidigungsministerium organisierten Reise aufgenommenen Foto bewacht ein russischer Soldat einen Bereich des Kernkraftwerks Saporischschja in einem Gebiet unter russischer Militärkontrolle im Südosten der Ukraine. (Archiv)

Auf diesem während einer vom russischen Verteidigungsministerium organisierten Reise aufgenommenen Foto bewacht ein russischer Soldat einen Bereich des Kernkraftwerks Saporischschja in einem Gebiet unter russischer Militärkontrolle im Südosten der Ukraine. (Archiv)

Foto: dpa/-

Der letzte Reaktor des zuletzt mehrfach unter Beschuss geratenen Atomkraftwerks Saporischschja im Süden der Ukraine ist in den Kaltzustand versetzt worden. Damit seien nun alle sechs Reaktorblöcke im Kaltzustand, Radioaktivität sei bei der Prozedur nicht ausgetreten, teilte die von den russischen Besatzungstruppen eingesetzte Kraftwerksleitung am Samstag auf ihrem Telegram-Kanal mit. Die Arbeiten seien streng in Übereinkunft mit den geltenden Betriebsnormen vollzogen worden, betonte das Management.

Zwei Jahre Ukraine-Krieg: Trügerische Normalität im Kriegsgebiet
36 Bilder

Alltag in der Ukraine – Trügerische Normalität im Kriegsgebiet

36 Bilder
Foto: AP/Emilio Morenatti

Das mit einer Leistungsfähigkeit von knapp sechs Gigawatt potenziell größte Atomkraftwerk Europas wurde kurz nach Beginn von Moskaus Angriffskrieg gegen die Ukraine von russischen Truppen besetzt - und später vermint. Mehrfach geriet es unter Beschuss, worauf international die Sorge vor einem Atomunglück stieg. Beide Kriegsparteien werfen sich gegenseitig immer wieder vor, einen Vorfall am AKW provozieren zu wollen.

Blick auf einen Block des Kernkraftwerks Saporischschja.

Blick auf einen Block des Kernkraftwerks Saporischschja.

Foto: dpa/Victor

Wegen der Gefahr wurde das Kraftwerk bereits im September 2022 heruntergefahren. Allerdings befand sich mehrfach wechselnd ein Block dabei im Warmzustand. In diesem Zustand produziert der Reaktor keinen Strom, sondern Dampf, der für den Bedarf der Anlage verwendet wurde. Der Kaltzustand gilt als der sicherste - dann sind die Blöcke auf niedrigen Druck heruntergefahren und werden durch kaltes Wasser gekühlt.

(aku/dpa)
Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort