Waffenlieferung an die Ukraine Ist der Leopard-2-Panzer ein Hoffnungsträger?

Analyse | Kiew/Düsseldorf · Jahrelang galt der Leopard-2-Panzer wegen seiner Feuerkraft, der Beweglichkeit und des Schutzes mit Abstand als bester Kampfpanzer der Welt. Aber bringt er daher auch die Wende im Krieg zugunsten der Ukraine?

 Der deutsche Bundeskanzler Olaf Scholz hat sich vor einigen Tagen dazu entschieden, 14 Panzer des Typs Leopard 2 an die Ukraine zu liefern.

Der deutsche Bundeskanzler Olaf Scholz hat sich vor einigen Tagen dazu entschieden, 14 Panzer des Typs Leopard 2 an die Ukraine zu liefern.

Foto: AP/Polish Defense Ministry

Man montiere einen Krug voll schäumenden Bieres vorn ans Kanonenrohr eines „Leopard 2“ und brettere dann mit dem Panzer durch die tiefsten Schlammlöcher eines Truppenübungsplatzes. Am Ende der rasanten Schaukelpartie prostet der Kommandant zu aller Überraschung dem Kameramann fröhlich zu – erstaunlicherweise ist kein einziger Tropfen unterwegs verschüttet worden. Typischer Soldatenhumor ist jener viele Jahre alte, vermutlich echte Videoclip, der auf eine ganz besondere Qualität des Kampffahrzeugs aufmerksam macht: die WSA, die Waffenstabilisisierungsanlage, die das Rohr in jeder Position genau auf das zuvor anvisierte Ziel gerichtet hält. Damit trifft der Panzer auch in voller Fahrt präzise sein Ziel, selbst nachts oder bei schlechter Sicht. Besonders beeindruckend: Die 120-Millimeter-Glattrohrkanone gilt über eine Entfernung von fünf Kilometern als treffsicher, was trotz aller propagandistischen Beteuerungen kein russischer Panzer schafft. Im Kalten Krieg trainierten deshalb die östlichen Streitkräfte den konzentrierten Einsatz von je drei T-72 gegen einen „Leopard“, um überhaupt eine Chance zu haben.