Mindestens 193 Websites Frankreich deckt russisches Propaganda-Netzwerk auf

Paris · Ein russisches Propaganda-Netzwerk, das Inhalte hauptsächlich von pro-russischen Websites und Online-Akteuren weiterverbreiten soll, wurde in Frankreich aufgedeckt. Was dieser Fund bedeutet.

Netzwerkkabel stecken im Höchstleistungsrechenzentrum HLRS in Ports eines Switchs (Symbolbild).

Netzwerkkabel stecken im Höchstleistungsrechenzentrum HLRS in Ports eines Switchs (Symbolbild).

Foto: dpa/Marijan Murat

In Frankreich ist nach Angaben aus Diplomatenkreisen ein „strukturiertes und koordiniertes Netzwerk russischer Propaganda“ aufgedeckt worden. Dieses habe auf europäische Länder und die USA abgezielt und den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine legitimieren sollen, hieß es am Montag. Die Inhalte des Netzwerks könnten möglicherweise die „grundlegenden Interessen“ Frankreichs beeinträchtigen.

Das Netzwerk bestehe mindestens aus 193 Websites, erklärte die Behörde Viginum, die gegen digitale Einmischung aus dem Ausland vorgeht, in einem Bericht. Diese produzierten keine eigenen Inhalte. Stattdessen würden sie massenhaft Inhalte hauptsächlich von Konten russischer und pro-russischer Akteure in Onlinenetzwerken, russischer Nachrichtenagenturen und offiziellen Websites örtlicher Institutionen oder Akteure weiterverbreiten.

Am Wochenende hatte Frankreichs Außenminister Stéphane Séjourné eine gemeinsame Initiative Deutschlands, Frankreichs und Polens gegen russische Desinformationskampagnen angekündigt. „Unsere drei Länder sind Opfer der gleichen Destabilisierungsstrategie geworden“, sagte er in einem Interview mit Zeitungen aus den drei Ländern, darunter die „FAZ“. Als Beispiel nannte er russische Trollfabriken und gefälschte Nachrichtenseiten.

Es gebe Hinweise darauf, dass es sogenannte Schläferoperationen gibt, also Instrumente, die jederzeit aktiviert werden können, insbesondere während einer Wahl. „Damit soll Verwirrung unter den Bürgern gestiftet werden. (...) Mit dem Ziel, eine Polarisierung aufzubauen, die unsere Demokratien politisch destabilisieren“, betonte Séjourné.

(esch/AFP)
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