Wirbel um Hörer-Meinung Deutschlandradio entschuldigt sich für gesendeten Gewaltaufruf

Köln · Einsicht und Reue beim Deutschlandradio: Der Sender hat die Ausstrahlung einer drastischen Hörer-Meinung zum Ukraine-Krieg bedauert. Man sei zu dem Schluss gelangt, dass diese Auswahl ein programmlicher Fehler war.

 Ein Schild mit dem Logo des Deutschlandradios (Symbolbild).

Ein Schild mit dem Logo des Deutschlandradios (Symbolbild).

Foto: ARD ZDF Deutschlandradio Beitragsservice/Beitragsservice/Ulrich Schepp

Das teilte der öffentlich-rechtliche Sender am Mittwoch mit. Im Programm Deutschlandfunk (DLF) hatte es wie gewöhnlich montags in der Anruf-Sendung „Kontrovers“ Mitschnitte von Hörer-Statements gegeben. Dieses Mal hinterließ ein Hörer auf dem Anrufbeantworter, den Ukraine-Krieg könne man „ganz einfach“ beenden, indem man den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj und dessen Getreue festnehme, vierteile und enthaupte.

Vom Deutschlandradio hieß es dazu weiter: „Die Äußerung war zur Abbildung eines vorhandenen Meinungsspektrums nicht geeignet, weil es ihr an sachlichem Gehalt mangelt.“ Sie sei ebenfalls nicht dazu geeignet, zum sachlichen Gedankenaustausch anzuregen oder beizutragen. „Dass diese Hörerstimme trotzdem ausgestrahlt wurde, bedauern wir sehr.“

Die „Bild“ berichtete am Mittwoch über die ausgestrahlte Äußerung und zitierte einen Juristen, der sowohl gegen den Hörer als auch gegen die Redaktion Strafanzeige stellen wolle, etwa wegen Volksverhetzung und Beihilfe zur öffentlichen Aufforderung zu Straftaten. Ein Sprecher der Kölner Staatsanwaltschaft teilte auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit, dass bei seiner Behörde noch keine Strafanzeige zu der Angelegenheit bekannt sei.

Die Diskussionssendung mit dem Titel „Ukraine - Wie kann Russlands Angriffskrieg beendet werden?“ ist zwar weiterhin in der Deutschlandradio-Audiothek verfügbar. Aber: „Das Audio der Sendung wurde am Vormittag des Folgetages um die entsprechende Passage gekürzt“, erläuterte ein DLF-Sprecher. „Diese Bearbeitung wurde anschließend auf unserem Korrekturen-Portal vermerkt.“

(felt/dpa)
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