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Krieg in der Ukraine: Russland spricht nach neuer Explosion auf Krim von „Sabotageakt“​

Angriff auf Munitionsdepot : Russland spricht nach neuer Explosion auf Krim von „Sabotageakt“

Nach der Explosion in einem Munitionsdepot auf der von Russland annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim hat das Verteidigungsministerium in Moskau von einem „Sabotageakt“ gesprochen. Bei dem Angriff sei am Dienstagmorgen ein Militärlager getroffen worden.

Das teilte das Ministerium nach Angaben der Agentur Interfax in Moskau mit.

Es sei eine Reihe von zivilen Objekten beschädigt worden, darunter Stromleitungen, ein Kraftwerk und Bahngleise sowie einige Wohngebäude, hieß es. Es gebe keine Schwerverletzten. Es werde alles unternommen, um die Folgen zu beseitigen. Es war zunächst unklar, wer für die Explosion verantwortlich war.

Der Verwaltungschef der Krim, Sergej Aksjonow, hatte am Morgen von einer Explosion in einem Dorf des Gebiets Dschankoj im Norden der Krim berichtet. Dabei seien zwei Menschen verletzt worden. Auf Videos in den sozialen Netzwerken waren ein großes Feuer und eine Rauchwolke zu sehen. Mehr als 3000 Menschen wurden den Behörden zufolge bis zum frühen Nachmittag in Sicherheit gebracht. Zuvor war von rund 2000 Evakuierten die Rede gewesen.

Es war bereits der dritte militärische Zwischenfall in diesem Sommer auf der Krim - und der mit den weitreichendsten Folgen. Der Zugverkehr wurde eingeschränkt. Züge von Moskau sollten nur noch bis Wladislawowka fahren. Die Krim ist im Sommer beliebtes Ferienziel.

Erst am Dienstag vor einer Woche hatte es schwere Explosionen auf einem russischen Militärstützpunkt gegeben. Bei den Explosionen auf der Basis in Saki nahe dem Kurort Nowofjodorowka wurden nach Behördenangaben ein Mensch getötet und 14 weitere Menschen verletzt. Experten gehen davon aus, dass die Ukraine der Basis einen Schlag versetzte und dabei mehrere Kampfjets zerstörte. Offiziell bestätigt hat Kiew den Angriff aber nicht. Russland hingegen behauptet, es sei wegen Verstoßes gegen den Brandschutz zu der Explosion gekommen.

Schon am 31. Juli war bei der russischen Schwarzmeerflotte in der Hafenstadt Sewastopol nach Moskauer Angaben eine ukrainische Drohne eingeschlagen. Auch damals gab es Verletzte. Die Ukraine wies die russische Darstellung als „erfunden“ zurück.

(bsch/dpa)