Korruptionsskandal in Russland: Alexei Uljukajew in Haft

Korruptionsskandal in Russland: Russischer Minister wegen Bestechung abgesetzt und verhaftet

Der russische Wirtschaftsminister Alexei Uljukajew soll zwei Millionen Dollar Schmiergeld angenommen haben. Nun sitzt er in Haft, wie eine Untersuchungskommission mitteilte.

Uljukajew wird vorgeworfen, sich bei der Übernahme des staatlichen Ölkonzerns Bashneft bestochen lassen zu haben. Er habe zwei Millionen Dollar Schmiergeld für eine "positive" Bewertung erhalten, teilte die staatliche Untersuchungskommission mit. Dies habe zur Übernahme von 50 Prozent am staatlichen Ölkonzern durch den Energieriesen Rosneft geführt.

Staatschef Wladimir Putin habe ein Dekret erlassen, dass Uljukajew von seinen Aufgaben entbinde, zitierten russische Nachrichtenagenturen am Dienstagabend Putins Sprecher Dmitri Peskow. Der Minister habe Putins "Vertrauen verloren".

Untersuchung direkt von Putin geleitet

Uljukajew ist der hochrangigste Politiker, der seit 1991 verhaftet wurde. Die Untersuchungskommission, die direkt an Präsident Wladimir Putin berichtet, erklärte, sie werde die Anklagepunkte bald veröffentlichen. Uljukajew sei direkt nach seinem Verhör festgenommen worden, sagte ein Mitglied der Kommission der Nachrichtenagentur Reuters.

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Russland hatte die Pläne zur Teilprivatisierung von Bashneft im Sommer vorübergehend auf Eis gelegt, weil sie für Unruhe in Wirtschaft und Politik sorgten. Umstritten war, ob der ebenfalls staatlich gelenkte Konzern Rosneft überhaupt für Bashneft bieten darf. Rosneft hatte im Oktober 50 Prozent an Bashneft für 330 Milliarden Rubel (fünf Milliarden Dollar) übernommen.

(stk/REU)