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Kommentar zur Wahl in Spanien

Kommentar zur Wahl in Spanien : Spaniens Mitte zählt

Das Ergebnis der Wahl in Spanien ist schnell zusammengefasst: Es gibt einen klaren Sieger, die Sozialisten von Regierungschef Pedro Sánchez. Der klare Verlierer ist die Volkspartei seines konservativen Herausforderers Pablo Casado, die ihren Stimmenanteil glatt halbierte.

Und es gibt ein Novum: den Einzug der rechtspopulistischen Partei Vox ins Parlament, der allerdings nicht so vehement ausfiel wie von vielen erwartet. Das Land steht jetzt vor komplizierten Koalitionsverhandlungen mit ungewissem Ausgang, denn die Mehrheitsbildung im Parlament wird kompliziert. Aber damit haben wir in Deutschland ja neuerdings auch so unsere Erfahrungen.

Das Regieren in Madrid wird gewiss nicht leichter. Aber die gute Nachricht lautet: Die gemäßigte politische Mitte, die sich eine konstruktive, pragmatische Politik wünscht, bleibt eindeutig dominierend. Die meisten Spanier wollen weder einen herrischen kastilischen Zentralismus noch unrealistische regionale Abspaltungen. Auf sie muss Spaniens künftige Regierung hören, nicht auf die Scharfmacher, die die Regionalfrage nur zu gerne instrumentalisieren.