Kommentar zum Mord an einer jungen Journalistin: Brexit bringt Terror

Kommentar zum Mord in Nordirland : Brexit bringt Terror

Eine junge Frau stirbt in der nordirischen Stadt Londonderry durch einen Schuss, der vermutlich von einem irischen Nationalisten abgefeuert wurde. Ein ungeordneter Brexit würde die Gefahr eines neuen Bürgerkriegs erhöhen.

Die blutige Gewalt in Nordirland ist mit diesem offenbar terroristischen Akt zurück, noch bevor es zum EU-Austritt Großbritanniens gekommen ist. Selbst ohne Brexit zeigt sich: Der seit Jahrzehnten schwelende Konflikt zwischen irisch-katholischen Nationalisten und protestantischen Unionisten kann jederzeit wieder aufbrechen.

Der sinnlose Mord an der jungen Journalistin bringt eine neue Qualität der Gewalt. Er macht nur allzu deutlich, dass es keinen harten Brexit und keine scharfe Grenze zwischen dem EU-Mitglied Irland und dem zu Großbritannien gehörenden Nordirland geben darf. Würden die Schlagbäume zurückkehren, würden sich beide Teile wieder voneinander entfremden.

Deshalb darf es nicht zum ungeordneten Brexit ohne Vertrag kommen. Die EU handelt gleichwohl richtig: Der im britischen Unterhaus umkämpfte Backstop, der eine offene, „grüne“ Grenze sichert, muss unverhandelbar bleiben. Brexiteers wie Ex-Außenminister Boris Johnson agieren fahrlässig, weil sie die Rückkehr des Konflikts bewusst in Kauf nehmen.

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