Hoffnung auf Frieden Kolumbien und ELN-Guerilla sitzen wieder am Verhandlungstisch

Caracas · 52 Jahre lang kämpften in Kolumbien Militär, rechte Paramilitärs und linke Rebellen gegeneinander, Hunderttausende starben in dem Bürgerkrieg. Vor vier Jahren begann ein Friedensprozess - doch es kam erneut zu Gewalt. Nun gibt es neue Hoffnung.

Bilder von Menschen, die während der anhaltenden Konflikte in Kolumbien spurlos verschwunden sind (Archivfoto von Juni 2022).

Bilder von Menschen, die während der anhaltenden Konflikte in Kolumbien spurlos verschwunden sind (Archivfoto von Juni 2022).

Foto: AP/Fernando Vergara

Nach fast vier Jahren Pause haben Kolumbiens Regierung und die Guerillaorganisation ELN in Caracas ihre Friedensgespräche wiederaufgenommen. Im Mittelpunkt des Dialogs nach den vielen Toten des jahrzehntelangen Konflikts stehe das Leben, sagte Kolumbiens Friedensbeauftragter Danilo Rueda am Montag bei der Eröffnungszeremonie. Die Hauptaufgabe sei die Versöhnung, sagte der ELN-Delegationsleiter Israel Ramírez Pineda, alias „Pablo Beltrán“.

Der neue linke Präsident Gustavo Petro, ein Ex-Guerillero der Gruppe M-19, schob nach seinem Amtsantritt im August den Friedensprozess mit der Nationalen Befreiungsarmee (ELN) wieder an. Die Vorgänger-Regierung des konservativen Präsidenten Iván Duque hatte die Friedensgespräche 2019 nach einem Bombenanschlag der ELN auf eine Polizeiakademie in Bogotá mit 22 Todesopfern abgebrochen.

Kuba, Venezuela und Norwegen nehmen als Garanten an den Verhandlungen teil. Die katholische Kirche und UN-Vertreter sollen den Prozess begleiten. Die Verhandlungsparteien wollen sich künftig an wechselnden Orten treffen. Die erste Sitzung war in einem Hotel in einem Nationalpark nahe der venezolanischen Hauptstadt.

Kolumbien litt 52 Jahre lang unter einem Bürgerkrieg zwischen linken Rebellen, rechten Paramilitärs und dem Militär. 220.000 Menschen kamen ums Leben, Millionen wurden vertrieben. Nach dem Friedensabkommen 2016 zwischen der Regierung und der größten Rebellengruppe Farc verbesserte sich die Sicherheitslage zunächst. Allerdings sind mittlerweile viele Kämpfer wieder in den Untergrund gegangen und haben sich kriminellen Banden angeschlossen. Die marxistisch-leninistische ELN hat rund 5000 Kämpfer.

(peng/dpa)
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