Kolumbien: Iván Duque als Präsident vereidigt

Jüngster Staatschef in der Geschichte des Landes : Iván Duque als Präsident Kolumbiens vereidigt

Politischer Wechsel in Kolumbien: Iván Duque ist als neuer Präsident des Landes vereidigt worden. Den Friedenspakt mit der Farc möchte er auf den Prüfstand stellen.

Nach seiner Vereidigung als neuer Präsident Kolumbiens hat Iván Duque Anpassungen am historischen Friedensabkommen mit der aufgelösten Rebellengruppe Farc angekündigt. Zwar glaube er an „die Demobilisierung, Entwaffnung und Reintegration der Guerillabasis“ in die Gesellschaft, wie sie der Pakt vorsehe, sagte Duque am Dienstag (Ortszeit) in seiner Antrittsrede. Doch würden daran Korrekturen vorgenommen, um sicherzustellen, dass Opfer der Farc „Wahrheit, verhältnismäßige Gerechtigkeit, Entschädigungen und keine Wiederholung“ des Konflikts bekämen. Zuvor legte Duque vor mehr als einem Dutzend geladenen Staat- und Regierungschefs seinen Amtseid ab.

Duque ist mit 42 Jahren der jüngste gewählte Präsident in Kolumbiens Geschichte. Der konservative Ex-Senator folgt auf Staatschef Juan Manuel Santos, dem Architekten des 2016 unterzeichneten Abkommens mit der linken Farc. Der Pakt beendete einen 50 Jahre langen Konflikt mit Schätzungen zufolge 260.000 Toten und sieben Millionen Vertriebenen. Duque kritisiert Kernelemente des Abkommens, etwa Straffreiheit für Drogenvergehen und den Zugang zu politischen Ämtern für Ex-Guerillas.

Am Dienstag kündigte Duque an, sich für eine Verfassungsreform stark zu machen, die eine Amnestie für Personen unmöglich mache, die in Drogenhandel und Entführungen verwickelt waren. Damit kam der neue Staatschef Konservativen weiter entgegen, die härtere Auflagen bei Verhandlungen mit der Farc verlangen.

Auf Duques Agenda steht nicht nur die Umsetzung des auf wackligem Boden stehenden Pakts mit der Farc. Er muss auch Friedensgespräche mit einer kleineren Rebellengruppe mit rund 2000 Guerillakämpfern weiterführen. Die Verhandlungen mit ELN begannen bereits unter seinem Vorgänger Santos. Doch hänge deren Fortsetzung davon ab, ob die Gruppe Attacken auf das kolumbianische Militär einstelle und einer internationalen Überwachung zustimme, betonte Duque.

Der neue Präsident ist zudem mit einer wieder florierenden Koka- und Kokainproduktion konfrontiert, die Beziehungen zu Schlüsselpartnern wie die USA belastet hat. Duque kündigte in seiner Antrittsrede eine harte Hand im Umgang mit Drogenkartellen und Kriminalität an.

(das/dpa)
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