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Klimaschutz: Türkei ratifiziert Abkommen von Paris kurz vor Cop26

Kurz vor Cop26 : Türkei ratifiziert Klimaschutzabkommen von Paris

Das Pariser Abkommen hat die Türkei zwar unterschrieben, dann aber lange gezögert, es auch in Kraft zu setzen. Das geschah nun am Mittwoch. Zuvor hatte das Land unter Waldbränden, Überschwemmungen und Dürre gelitten.

Die Türkei hat am Mittwoch das Pariser Klimaschutzabkommen ratifiziert. Die Abgeordneten im Parlament stellten sich am Mittwoch einstimmig hinter die Vereinbarung von 2016. Die türkischen Oppositionsparteien begrüßten die Ratifizierung am Mittwoch als „späten, aber historischen Schritt“, warnten jedoch, dass die Türkei nun Maßnahmen zur Reduzierung der Emissionen ergreifen müsse.

Obwohl die Türkei zu den ersten Ländern gehörte, die das Pariser Abkommen 2016 unterzeichneten, zögerte sie die Ratifizierung - also das völkerrechtlich bindende Inkraftsetzen - hinaus, da sie sich um eine Neueinstufung als Entwicklungsland statt als Industrieland bemühte, um strengere Emissionsreduktionsziele zu vermeiden und in den Genuss finanzieller Unterstützung zu kommen. Sie war eines von sechs Ländern, darunter Iran, Irak, Eritrea, Libyen und Jemen, die das Abkommen nicht ratifizierten.

Die Ratifizierung erfolgte vor dem Klimagipfel in Schottland, genannt Cop26, der am 31. Oktober beginnt und die Teilnehmer zu verstärkten Maßnahmen zur Eindämmung des Klimawandels ermutigen soll. Vorangegangen waren eine Reihe von extremen Wetterereignissen, die das Land heimsuchten und für die größtenteils der Klimawandel verantwortlich gemacht wird. Dazu gehörten Dürre, die schlimmsten Waldbrände in der Geschichte des Landes und schwere Überschwemmungen.

Erklärtes Ziel des Pariser Abkommens ist es, die globale Erwärmung auf deutlich unter 2, vorzugsweise auf 1,5 Grad Celsius im Vergleich zum vorindustriellen Niveau zu begrenzen. Die Welt hat sich seither bereits um 1,2 Grad Celsius erwärmt.

(peng/dpa)