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Kiew: Sanitäterin Olesya Zhukovska twittert "Ich sterbe"

Sanitäterin in Kiew angeschossen : 21-Jährige twittert "Ich sterbe"

Ihr Schicksal bewegte Menschen auf der ganzen Welt: Am frühen Donnerstagmorgen twitterte die 21-jährige Sanitäterin Olesya Zhukovska den Satz "Ich sterbe". Sie war auf dem Maidan von einem Scharfschützen in den Hals geschossen worden. Doch Olesya hat überlebt - und wurde zu einer Symbolfigur des Protests.

Wie die Kiewer Zeitung "Kyiv Post" berichtet, hatte sich die 21-jährige Medizinstudentin freiwillig als Sanitäterin gemeldet und auf dem Unabhängigkeitsplatz Verletzte versorgt. Nach dem Schuss in den Hals konnte die junge Frau sich noch einige Minuten auf den Beinen halten, bevor sie das Bewusstsein verlor. Und es gelang ihr sogar noch, über ihr Smartphone den Tweet abzusetzen.

Я вмираю

Mehr als 6000 Internetnutzer teilten den Tweet der 21-Jährigen und nahmen Anteil an ihrem Schicksal. Zunächst gab es Berichte, die junge Frau sei tatsächlich gestorben. Auch der offizielle Account der Protestbewegung, EuroMaidan, verbreitete die Nachricht. Doch dann wurde klar: Olesya hat die schwere Verletzung überlebt. Fotos vom Freitag zeigen sie in ihrem Krankenhausbett - blass und sichtlich schwach, aber lebend und wieder bei Bewusstsein.

Die junge Frau, die laut "Kyiv Post" schon seit November in Kiew demonstriert hatte, hielt ihre Freunde über Twitter und das soziale Netzwerk Vkontakte regelmäßig über die Proteste auf dem Laufenden. In den Stunden, bevor sie von dem Schuss getroffen wurde, wurden ihre Tweets immer panischer. "Wir brauchen eure Unterstützung. Das Blutbad hat begonnen", schrieb sie nur 20 Minuten, bevor der verheerende Schuss fiel.

(jco)