Kiew meldet russischen Angriff auf ukrainische Schiffe

Meerenge von Kertsch : Kiew meldet russischen Angriff auf ukrainische Schiffe

Eskalation im am östlichsten Rand Europas: Die ukrainische Marine wirft Russland einen Angriff auf ihre Schiffe vor der Küste der Halbinsel Krim vor.

Russische Schiffe hätten am Sonntag "das Feuer auf eine Gruppe von Schiffen der ukrainischen Marine eröffnet", erklärten Marinevertreter. Auf einem dabei beschädigten Schiff sei ein Mensch verletzt worden.

Der Vorfall ereignete sich den Angaben zufolge in der Straße von Kertsch. Diese Meerenge zwischen der Krim und Russland verbindet das Schwarze Meer mit dem Asowschen Meer.

Zuvor hatte Russland hat im Streit mit der Ukraine die Meerenge blockiert. Ein Tanker sperrte die Meerenge am Sonntag und Dutzende Frachtschiffe saßen fest. Russland und die Ukraine beschuldigten sich gegenseitig, für die Eskalation verantwortlich zu sein.

Nach ukrainischen Angaben hatte ein Schiff der russischen Küstenwache zuvor einen Schlepper der ukrainischen Marine gerammt, der mit zwei ukrainischen Militärschiffen die Meerenge vom Schwarzen Meer zum Asowschen Meer durchquerte. Schiffe der russischen Küstenwache hätten aggressiv agiert. Russland sei vorab über die geplante Reise informiert worden, hieß es in der ukrainischen Mitteilung.

Nach Darstellung der russischen Küstenwache durchfuhren die ukrainischen Marineschiffe ohne Erlaubnis russische Hoheitsgewässer. Der russische Geheimdienst FSB beschuldigte die ukrainische Marine, Russland provoziert zu haben. Deren Ziel sei, „eine Konfliktsituation in der Region zu schaffen“, verlautete russischen Nachrichtenagenturen zufolge vom FSB.

Die Meerenge liegt zwischen der Krim und dem russischen Festland. Seit Monaten haben die Spannungen zwischen der Ukraine und Russland zugenommen, das 2014 die Krim von der Ukraine annektiert hat, und seither versucht, sein Einflussgebiet um die Halbinsel auszuweiten.

Aus Russland verlautete nicht, wie lange die Meerenge blockiert werden soll. Eine anhaltende Sperrung für zivile Schifffahrt käme einer wirtschaftlichen Blockade der ukrainischen Städte am Asowschen Meer gleich. Dort befinden sich strategisch wichtige Städte wie Mariupol. Von allen Städten unter der Kontrolle der ukrainischen Regierung liegt sie den abtrünnigen Gebieten im Osten des Landes am nächsten. Die abtrünnigen Gebiete stehen unter der Kontrolle von Rebellen, die von Russland unterstützt werden.

(felt/dpa/AFP)
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