Memoiren des verstorbenen US-Senators: Kennedy entschuldigt sich für Unfall von Chappaquiddick

Memoiren des verstorbenen US-Senators: Kennedy entschuldigt sich für Unfall von Chappaquiddick

Washington (RPO). In einem Vorabbericht zitierten US-Zeitungen am Donnerstag aus den ihnen vorliegenden Memoiren Edward Kennedys. Er habe sich für sein Verhalten bei dem tragischen Autounfall von Chappaquiddick im Jahr 1969, bei dem eine junge Frau ums Leben kam, entschuldigt. Kennedy wurde wegen Unfallflucht verurteilt, die Haftstrafe war dann aber zur Bewährung ausgesetzt worden.

Sein Verhalten sei "unentschuldbar" gewesen, zitiert das Blatt Kennedy. Der Hintergrund: Am 18. Juli 1969 verlor Edward Kennedy bei einem Ausflug auf der Insel Chappaquiddick die Kontrolle über seinen Wagen und stürzte von einer Brücke in einen Gezeitenkanal. Kennedy konnte sich retten, doch seine Beifahrerin - die 29-jährige Sekretärin und Wahlkampfhelferin Mary Jo Kopechne - ertrank im gesunkenen Fahrzeug.

Kennedy hatte den Unfallort verlassen und erst zehn Stunden später die Polizei gerufen. Für Kopechne kam somit jede Rettung zu spät. Seither kursierten Gerüchte, Kennedy sei betrunken am Steuer gewesen und habe seine politische Karriere nicht aufs Spiel setzen wollen. Das alles ist jedoch Spekulation. Kennedy beteuerte, er habe mehrfach vergeblich versucht, im Dunkeln nach seiner Beifahrerin zu greifen und sei später auch zum Wrack getaucht.

Letztlich bekannte er sich vor Gericht des unerlaubten Entfernens vom Unfallort schuldig und wurde am 25. Juli zu zwei Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Einer Anklage wegen Totschlags konnte er jedoch entgehen.

  • Fotos : Edward "Ted" Kennedy - Bilder eines Lebens

In dem Buch "True Compass" ("Wahrer Kompass") schreibt "Ted" Kennedy laut "New York Times" und "Daily News", der Unfall habe zum Tod von Kennedys Vater Joseph beigetragen, der zu diesem Zeitpunkt krank war. Kennedys Memoiren sollen nach Verlagsangaben am 14. September veröffentlicht werden.

In dem 532-seitigen Buch gibt der Politiker, der als Schürzenjäger und Freund des Alkohols galt, auch einen Einblick in sein Privatleben: Er habe die Gesellschaft von Frauen und ab und zu ein paar Drinks genossen - "manchmal zu sehr". Auch zu seiner Entscheidung, 1984 nicht zu den Präsidentschaftswahlen anzutreten, nimmt Kennedy demnach Stellung: Aus seiner Sicht begegnete er damit der Angst seiner Kinder, die nach der Ermordung der Kennedy-Brüder John F. und Robert F. in den 1960er Jahren auch um sein Leben bangten.

"Ted" Kennedy war am 25. August im Alter von 77 Jahren an den Folgen eines Krebsleidens gestorben. Wenige Tage darauf wurde er auf dem Arlington-Nationalfriedhof nahe Washington beerdigt.

(AFP/jre)