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CNN-Reporterin in Homs: "Keine Story ist es wert, dafür zu sterben"

CNN-Reporterin in Homs : "Keine Story ist es wert, dafür zu sterben"

Syrien ist die Heimat ihrer Mutter. Dennoch ist Arwa Damon nicht leichtfertig in das Bürgerkriegsland gereist. Die CNN-Reporterin hat mit den Chefs des US-Nachrichtensenders genau die Gefahren abgewogen. "Keine Story ist es wert, dafür zu sterben", sagt die 34-Jährige. Was Damon aber aus Homs, der Hochburg des syrischen Aufstands gegen das Regime von Präsident Baschar al-Assad, dank dieser Reise berichten konnte, lohnt das eingegangene Risiko.

Videos auf YouTube, Blogs von Regimegegnern, dazu die offiziellen Meldungen der syrischen Staatsmedien - für Außenstehende war und ist es schwierig, sich ein klares Bild von der Lage im Land zu machen. Ausländische Reporter waren unerwünscht, als die Armee in Homs brutal gegen die Aufständischen vorging. Selbst das Internationale Rote Kreuz bekam keinen Zugang zum Viertel Baba Amro, wo viele Menschen getötet wurden und die Überlebenden dringend Hilfe bräuchten.

"Man muss dorthin"

Ein toter Reporter kann nichts mehr beschreiben. "Aber um eine Geschichte wie die aus Syrien zu erzählen, muss man dorthin", meint die CNN-Journalistin. Man muss die Dinge sehen, die Menschen sprechen, ihre Lage fühlen. Deshalb war Damon in der provisorischen Klinik in Baba Amro, obwohl der Ort ständig beschossen wurde. Ihre einstündige Dokumentation "72 Hours Under Fire", die am Freitag (9. März) um 21 Uhr bei CNN International gezeigt wird, gibt den Schrecken wieder.

Die Irak-erfahrene Reporterin kehrte unversehrt aus Homs zurück.
Damons Film schildert die Reise des Teams, dem neben der Beirut-Korrespondentin auch der Fotojournalist Neil Hallsworth und der Sicherheitsberater Tim Crockett angehörten. Ihre Aufgabe, erläutert CNN, war anders als bei früheren Einsätzen. Was anders war, wird deutlich, wenn CNN-Moderator Michael Holmes die drei im Rahmen der Dokumentation interviewt.

"72 Hours Under Fire" erlaubt dem Zuschauer so einen Blick hinter die Kulissen der Arbeit von Fernsehjournalisten an einem der derzeit gefährlichsten Orte der Welt. Die Reporter reflektieren ihr Tun. CNN will damit ausdrücklich thematisieren, "welche komplexen Strukturen hinter der Berichterstattung aus dem Krisengebiet Syrien stehen und mit welchen Risiken diese verbunden ist".

(dpa)