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Kein Durchbruch bei „anstrengenden“ Online-Gesprächen übers Klima

Klimachefin der Vereinten Nationen zieht Fazit : Kein Durchbruch bei „anstrengenden“ Online-Gesprächen übers Klima

Probleme wie Regeln für internationalen Emissionsrechtehandel und Hilfen für arme Länder wurden bei den Gesprächen auf Expertenebene nicht gelöst. Nun soll ein Treffen von Ministern im Juli helfen.

Während zweieinhalbwöchiger internationaler Gespräche über das Klima sind keine Durchbrüche erzielt worden. Die Klimachefin der Vereinten Nationen, Patricia Espinosa, sagte über die online geführten Gespräche, die am Donnerstag zu Ende gingen: „Ich kann nicht sagen, dass es wirklich irgendeinen Durchbruch gab bei den Konsultationen, die hier stattgefunden haben.“ Der Leiter des für November geplanten Klimagipfels in Glasgow, Alok Sharma, sagte, er habe „eine repräsentative Gruppe von Ministern“ für Ende Juli zu Gesprächen eingeladen, um die nächsten Schritte zu planen.

Das am 31. Mai begonnene Klimatreffen auf Expertenebene war als Belastungsprobe für den neuen Geist der Zusammenarbeit gesehen worden, den die von Präsident Joe Biden veranlasste Rückkehr der USA zum Pariser Klimaabkommen geweckt hatte. Zwar waren keine formellen Entscheidungen erwartet worden, doch die Teilnehmer versuchten, heiße Eisen anzufassen wie Hilfe für arme Länder und Regeln für internationalen Emissionsrechtehandel – ein Thema, das Länder seit Jahren spaltet.

Sharma betonte, es sei wichtig, am ambitioniertesten Ziel des Pariser Klimaabkommens, die Erderwärmung auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen, festzuhalten. Bislang hat sich die Erde um 1,2 Grad im Vergleich zur vorindustriellen Zeit erwärmt. Wissenschaftlern zufolge bleibt nicht mehr viel Zeit, um das Ziel noch zu erreichen.

Das virtuelle Treffen litt unter technischen Problemen und die Teilnehmer mussten sich – je nachdem in welcher Zeitzone sie sich befanden – vor Tagesanbruch, am Nachmittag oder in der Nacht einloggen. Es sei „anstrengend“ gewesen, sagte Espinosa.

Im Pariser Klimaabkommen haben Länder sich freiwillige Ziele für die Verringerung ihrer Emissionen klimaschädlicher Gase gesetzt. Dies hat zu einem diplomatischen Tanz geführt, bei dem es viele Regierungen vermieden haben, große Schritte zu machen ohne dass sichergestellt ist, dass die anderen folgen.

(c-st/dpa)