Katalonien-Referendum 2017: Bilder, die Spanien nicht verdient hat

Umstrittenes Referendum: Bilder, die Spanien nicht verdient hat

Es ist egal, wie das Referendum in Katalonien ausgeht. Sein Verlauf war beschämend, für ein zivilisiertes Land eine Katastrophe. Die Bilder von ungebremster Gewalt gegen Menschen, die ihren politischen Willen kundtun wollten, gehen um die Welt.

Sieht so Demokratie in einem wichtigen Land der Europäischen Union aus? Nein, das darf nicht sein. Spanien muss sich grundsätzlich mit dem Anlass des Referendums auseinandersetzen. Es muss alles tun, um zu demokratischen Gepflogenheiten zurückzukehren, sonst sind das Land und die Monarchie beschädigt.

Foto: Ronny Hendrichs

Ministerpräsident Mariano Rajoy sollte die Konsequenzen ziehen und zurücktreten. Er hat die unverhältnismäßigen Polizeieinsätze zu verantworten. Spaniens konservativer Regierungschef hat politisch und juristisch zwar recht, wenn er das Referendum als gegen die Verfassung gerichtet sieht und er es daher nicht anerkennt. Die Einheit Spaniens ist dort festgeschrieben.

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Aber das ist kein Freibrief für Schlagstöcke und Prügeleien. Der Ministerpräsident hätte im Vorfeld der Volksbefragung auf Trennungsgelüste in Katalonien eingehen müssen - vor allem, weil der Konflikt seit Jahren glimmt. Das Problem ist nur mit Kompromissbereitschaft aller zu lösen.

(RP)