Prozess zum 6. Januar 2021 Mehr als sieben Jahre Haft für Mann wegen Angriff auf Kapitolgebäude

Washington · Mit einer Waffe und konkreten Drohungen ins Parlamentsgebäude der USA einbrechen und hinterher die eigenen Kinder mit Todesdrohungen zum Schweigen zwingen: Dafür ist ein Mann aus Texas nun verurteilt worden.

 Mitglieder von rechtsextremen Milizen und Trump-Anhänger stürmen am 6. Januar 2021 das Kapitolgebäude in Washington (Archivfoto).

Mitglieder von rechtsextremen Milizen und Trump-Anhänger stürmen am 6. Januar 2021 das Kapitolgebäude in Washington (Archivfoto).

Foto: dpa/Essdras M. Suarez

Ein Texaner hat die bislang längste Haftstrafe im Zusammenhang mit Prozessen wegen der tödlichen Ausschreitungen am US-Kapitolgebäude bekommen. Der Mann wurde am Montag zu 87 Monaten Haft verurteilt, mehr als sieben Jahre. Ihm wurde zur Last gelegt, am 6. Januar 2021 mit einer Schusswaffe, Schutzkleidung und Helm die Konfrontation mit Polizisten am Gebäude gesucht zu haben.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft hatte der Verurteilte zu Mitgliedern einer Miliz, der er angehörte, gesagt, er wolle die Vorsitzende des US-Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, an ihren Knöcheln aus dem Gebäude zerren. Dabei solle „ihr Kopf auf jeder Stufe auf dem Weg nach unten“ aufschlagen, sagte er laut Gerichtsunterlagen. Die Staatsanwaltschaft hatte eine Haftstrafe von 15 Jahren empfohlen.

Bislang hatte die höchste Haftstrafe im Zusammenhang mit den Ausschreitungen fünf Jahre und drei Monate betragen. Mit der Gewalt hatten Anhänger des damaligen US-Präsidenten Donald Trump die Zertifizierung des Wahlsiegs von Präsident Joe Biden gestört.

Eine Jury hatte den Angeklagten im März schuldig gesprochen, die gemeinsame Sitzung des Kongresses, bei der das Wahlergebnis zertifiziert wurde, gestört zu haben. Sie sprach ihn auch schuldig, sich gegen Polizisten vor dem Gebäude gestellt zu haben und seinen beiden Kindern im Teenageralter für den Fall gedroht zu haben, dass sie ihn der Polizei melden. Der 19-jährige Sohn sagte aus, sein Vater habe ihm und seiner damals 16 Jahre alten Schwester gesagt, dass sie Verräter wären, wenn sie das täten. Der Vater habe gesagt, „Verräter werden erschossen“.

(peng/dpa)
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