Kabul: Zehn Menschen sterben bei Selbstmordanschlag auf Ministerium

Afghanistans Hauptstadt Kabul : Zehn Menschen sterben bei Selbstmordanschlag auf Ministerium

Bei einem Selbstmordanschlag auf ein Ministerium in der afghanischen Hauptstadt Kabul sind mindestens zehn Menschen getötet worden. Noch ist unklar, wer hinter dem Attentat steckt.

Der Attentäter habe sich vor dem Eingang des Ministeriums für Ländliche Entwicklung im Westen der Stadt in die Luft gesprengt, als die Mitarbeiter das Gebäude am Ende ihres Arbeitstages verlassen hätten, sagte Polizeisprecher Haschmat Stanaksai am Sonntag. Zunächst reklamierte keine Gruppe den Anschlag für sich. Erst am 11. Juni hatte ein Selbstmordanschlag vor demselben Ministerium 13 Menschen das Leben gekostet. Damals hatte sich die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) zu der Tat bekannt.

Derweil ist die Zahl der in Afghanistan getöteten Zivilisten im ersten Halbjahr dieses Jahres auf den höchsten Wert seit 2009 gestiegen. Zwischen Januar und Juni seien 1692 Zivilisten der Gewalt zum Opfer gefallen, hieß es in einem Bericht der UN-Mission in Afghanistan vom Sonntag. Seit 2009 wird die Zahl der getöteten Zivilpersonen in Afghanistan systematisch erfasst.

In den ersten sechs Monaten des Jahres 2018 stieg die Zahl der zivilen Gewaltopfer demnach um ein Prozent. Weitere 3430 afghanische Zivilisten wurden der Mission UNAMA zufolge verletzt. Insgesamt stieg die Zahl der Opfer damit auf 5122, das waren drei Prozent weniger als in den ersten sechs Monaten des vergangenen Jahres. Die UN-Mission bekräftigte ihre Aufforderung an alle Konfliktparteien, sich um einen Schutz der Zivilbevölkerung zu bemühen und eine friedlich Lösung herbeizuführen.

(felt/dpa/ap)
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