Juan Manuel Santos bleibt der Präsident Kolumbiens

Wiederwahl mit knappem Sieg : Juan Manuel Santos bleibt der Präsident Kolumbiens

Bei der Stichwahl in Kolumbien ist Präsident Juan Manuel Santos am Sonntag in seinem Amt bestätigt worden. Er setzte sich mit 53 Prozent zu 47 Prozent gegen seinen rechtsgerichteten Rivalen Óscar Iván Zuluaga durch, der die erste Runde noch gewonnen hatte. Das wurde nach Auszählung von 99,9 Prozent der Wahlkreise bekannt.

Santos hatte die Abstimmung zum Referendum über die Friedensgespräche mit der linken Guerillaorganisation Farc (Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens) erklärt, die seine Regierung seit 18 Monaten in Havanna betreibt. Zuluaga hatte die schleppenden Verhandlungen kritisiert und Santos vorgeworfen, den ohnehin geschwächten Guerillas zu viele Zugeständnisse zu machen.

Santos betonte hingegen nachdem sein Sieg feststand in einer Rede vor seinen Anhängern: "Das ist das Ende von mehr als 50 Jahren Gewalt in unserem Land und es ist der Beginn eines Kolumbiens mit mehr Gerechtigkeit und sozialer Gleichstellung." Er versprach, alle Energie darauf zu verwenden, dass es zu einer Einigung mit den Rebellen komme.

In der ersten Runde der Wahl am 25. Mai hatte der 55-jährige Zuluaga 29 Prozent der Stimmen erreicht, Santos nur 26. Auch in letzten Umfragen vor der Wahl lag Zuluaga noch knapp vor Amtsinhaber Santos. Dessen Sieg könnte auch damit zusammenhängen, dass die Wahlbeteiligung im Vergleich zur ersten Runde von 40 Prozent auf 48 Prozent am Sonntag stieg.

Der Friedensprozess mit den Rebellen scheint hingegen für viele Kolumbianer nicht so wichtig gewesen zu sein. In einer Umfrage vor der Wahl sagten nur weniger als fünf Prozent, dass sie der Ansicht seien, dass das wichtigste Problem Kolumbiens sei. Wichtiger war ihnen die Frage, ob der wirtschaftliche Aufschwung, den das Land in den vier Jahren von Santos erster Amtszeit mit einem Wachstum von durchschnittlich 4,5 Prozent erlebt hat, auch bei allen ankommt.

(ap)
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