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Jerusalem: Palästinenser protestieren - Polizei lässt Absperrungen räumen

Proteste in Israel : Polizei lässt Absperrungen in Ost-Jerusalem räumen

Eine rechtsextreme Demonstration und Sperrmaßnahmen der Polizei haben in den vergangenen Tagen zu Spannungen in Jerusalem geführt. Am Sonntagabend protestierten Hunderte Palästinenser.

Nach nächtelangen gewaltsamen Zusammenstößen zwischen Israelis und Palästinensern in Ost-Jerusalem hat die israelische Polizei eine Promenade um die israelisch besetzte Jerusalemer Altstadt freigegeben. Während mehrere hundert Palästinenser am Sonntagabend am Damaskus-Tor zur Altstadt demonstrierten, ließen Polizeibeamte zu, dass Absperrungen vor der Promenade entfernt wurden, wie ein AFP-Korrespondent berichtete. Per Megafon erklärten Polizisten, der Zugang sei für alle geöffnet.

Zuvor hatte es seit Donnerstag drei Abende in Folge gewaltsame Zusammenstöße zwischen Palästinensern und der Polizei gegeben. Auslöser war eine Demonstration rechtsextremer Israelis, die unter "Tod den Arabern"-Rufen durch die Altstadt gezogen waren. Zuvor waren die Spannungen zwischen muslimischen Palästinensern und jüdischen Israelis durch eine Reihe von Videos angeheizt worden. Sie zeigten, wie junge Araber ultra-orthodoxe Juden angreifen und wie jüdische Extremisten nachts Araber auf der Straße schikanieren.

Ausgerechnet während des Ramadan-Monats hatte die Polizei Bereiche der Jerusalemer Altstadt abgesperrt. Die muslimischen Freitagsgebete auf dem Tempelberg in der Altstadt waren dennoch friedlich verlaufen. Der Tempelberg (Al-Haram al-Scharif/Das edle Heiligtum) mit dem Felsendom und der Al-Aksa-Moschee ist die drittheiligste Stätte im Islam. Juden ist der Ort ebenfalls heilig, weil dort früher zwei jüdische Tempel standen, von denen der letzte im Jahr 70 von den Römern zerstört wurde. Um die heilige Stätte gibt es immer wieder Streit.

(peng/AFP/dpa)