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Jemen: Saudi-Arabien verkündet Waffenruhe während Verhandlungen im Ramadan

Verhandlungen während des Ramadan : Saudi-Arabien verkündet Waffenruhe im Jemen

Rund 380.000 Menschen sind schon beim Krieg im Jemen gestorben. Auch nach Beginn eines einseitigen Waffenstillstands der Huthi-Rebellen flog die von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition Luftangriffe.

Die von Saudi-Arabien angeführte Koalition gegen die Huthi-Rebellen im Jemen hat eine Waffenruhe angekündigt. Sie werde am (heutigen) Mittwoch um 6.00 Uhr beginnen, teilte die Koalition am Dienstag mit. Damit solle politischen Verhandlungen zum Jemen-Krieg in der saudi-arabischen Hauptstadt Riad geholfen werden. Zudem solle ein „positives Umfeld“ während des islamischen Fastenmonats Ramadan geschaffen werden, um auf einen Frieden hinzuarbeiten. Wie lange die Waffenruhe dauern soll, wurde nicht mitgeteilt.

Die Huthi-Rebellen lehnten die Waffenruhe ab. Sei sei bedeutungslos, solange die Koalition jemenitische Häfen nicht freigebe, teilte Huthi-Funktionär Mohammed al-Bukaiti bei Twitter mit.

Die Huthi-Rebellen wollten zuvor schon nicht an dem Treffen in der saudi-arabischen Hauptstadt Riad - in ihren Augen Feindgebiet - am Mittwoch teilnehmen. Dort versammeln sich Vertreter der international anerkannten jemenitischen Regierung, der USA und der UNO.

Die Huthi-Rebellen hatten am Wochenende zunächst eine dreitägige Waffenruhe ausgerufen und einen "dauerhaften" Waffenstillstand angeboten. "Wir sind bereit, diese Erklärung (des dreitägigen Waffenstillstands) in eine endgültige und dauerhafte Verpflichtung umzuwandeln", sagte Rebellenführer Mahdi al-Maschat. Saudi-Arabien müsse dafür "die Belagerung beenden und seine Angriffe auf den Jemen ein für alle Mal einstellen".

Zuvor hatten die Rebellen mehrere Ziele in Saudi-Arabien angegriffen, darunter auch eine Öl-Anlage nahe der Formel-1-Rennstrecke in Dschiddah. Ungeachtet der von den Huthis ausgerufenen Waffenruhe flog die Koalition am Sonntag Luftangriffe im Jemen.

Am Sonntag hatten die Rebellen zudem eine Einigung für einen großen Gefangenenaustausch angekündigt. Die Regierung sagte, der Austausch würde "in Betracht gezogen".

Im Jemen herrscht seit 2015 Krieg zwischen den von Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten und anderen arabischen Staaten unterstützten Truppen von Präsident Abd Rabbo Mansur Hadi und den vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen. In dem Konflikt wurden nach UN-Angaben bereits rund 380.000 Menschen getötet, Millionen weitere mussten flüchten. Andere Waffenruhen, die von der Koalition in den vergangenen zwei Jahren einseitig ausgerufen wurden, sind gescheitert.

(peng/AFP/dpa)