Jemen-Konflikt: Huthis beschießen saudische Grenzstadt

Jemen-Konflikt: Huthis beschießen saudische Grenzstadt - UN für Feuerpause

Die schiitischen Huthi-Rebellen im Jemen haben die saudische Grenzstadt Nadschran mit Granaten beschossen. Das saudische Militär habe die "Provokation" beantwortet und mit Kampfhubschraubern Huthi-Stellungen im Nordjemen angegriffen. Die Vereinten Nationen (UN) verlangten indes eine Feuerpause

Im Jemen kämpfen die schiitischen Huthi-Rebellen gegen Anhänger des aus dem Land geflohenen Präsidenten Abed Rabbo Mansur Hadi. Eine von Saudi-Arabien geführte Militärallianz bombardiert seit Ende März Stellungen und Waffenlager der Huthis, sagte ein Sprecher der saudischen Streitkräfte am Dienstag in Riad. Über mögliche Opfer verlautete zunächst nichts. Bei den Kämpfen und Luftangriffen wurden seitdem nach UN-Angaben vom Dienstag 646 Zivilisten getötet und 1364 weitere verletzt.

Zuletzt hatten saudische Kampfjets den zivilen Flughafen der Hauptstadt Sanaa angegriffen. Mehrere Verkehrsflugzeuge und Cargo-Maschinen wurden am Boden zerstört, berichteten Augenzeugen.
Für den Flugverkehr ist der Airport wegen der Kämpfe seit Wochen gesperrt.

"Ich fordere die Koalition nachdrücklich dazu auf, den Beschuss des Flughafens in Sanaa einzustellen", sagte der UN-Koordinator für humanitäre Hilfe, Johannes van der Klaauw, am Montag (Ortszeit) in New York. Es sei unabdingbar, "diese wichtige Versorgungsader - ebenso wie alle anderen Flughäfen und Häfen - zu erhalten", fügte er hinzu.

Der grenzüberschreitende Artillerieangriff der Huthis auf die südsaudische Stadt Nadschran war nicht die erste Attacke dieser Art.
In der Vergangenheit hatten Huthi-Kommandos sogar Vorstöße in grenznahes saudisches Territorium unternommen. Der Beschuss am Dienstag barg dennoch Potenzial für eine Eskalation.

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Saudi-Arabien behalte sich weitere Gegenschläge vor, sagte der Militärsprecher in Riad. Der Alltag in der 250 000-Einwohner-Stadt Nadschran war durch den Granatangriff empfindlich gestört. Die nationale Luftfahrtgesellschaft Saudi Airlines strich vorerst alle Flüge in die Stadt. Das Bildungsministerium ordnete die vorübergehende Schließung der Schulen an.

Der Senegal wird indes der saudischen Koalition 2100 Soldaten zur Verfügung stellen, wie der senegalesische Außenminister Mankeur Ndiaye am Montagabend in Dakar ankündigte. Das westafrikanische Land mit muslimischer Bevölkerung unterstreiche damit seine Bindungen an Saudi-Arabien als "Heimstätte der beiden heiligsten Orte des Islam" - Mekka und Medina -, sagte Ndiaye nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur APS.

Die Entsendung des Kontingents erfolge auf Ansuchen Riads. Dabei gehe es auch um die "Abwendung einer terroristischen Gefahr". Wo die senegalesischen Soldaten eingesetzt werden sollen, ist nicht klar.
Bislang hat die saudische Koalition keine fremden Truppen in den Jemen geschickt.

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(dpa)
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