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Jeff Sessions wegen angeblicher Russland-Kontakte unter Druck

US-Justizminister : Sessions wegen angeblicher Russland-Kontakte unter Druck

Erst vor drei Wochen ist US-Justizminister Sessions vereidigt worden, nun gibt es einen ersten Konflikt: Dass er als Senator Kontakt mit dem russischen Botschafter in den USA gehabt haben soll, lässt scharfe Kritik laut werden.

Der neue US-Justizminister, Jeff Sessions, hat sich nach eigener Aussage "nie" mit russischen Vertretern getroffen, um über den Wahlkampf in den USA zu sprechen. Das Justizministerium hatte am Mittwochabend bekanntgegeben, dass Sessions im vergangenen Jahr als Senator zweimal auf den russischen Botschafter Sergej Kisljak getroffen war. Hintergrund ist die Annahme, dass Moskau auf den Wahlkampf zugunsten des heutigen Präsidenten Donald Trump Einfluss genommen haben könnte. Das FBI ermittelt in dem Fall.

Die "Washington Post" hatte zuerst über die zwei Gespräche von Sessions mit Kisljak berichtet. Das Justizministerium teilte daraufhin mit, die beiden seien einmal bei einem Bürobesuch aufeinandergetroffen, als Sessions seiner Funktion als Mitglied des Verteidigungsausschusses im Senat nachgekommen sei. Bei dem zweiten Treffen nach einer Rede in der Washingtoner Denkfabrik Heritage Foundation seien auch andere Botschafter anwesend gewesen.

Die Unterhaltungen erwähnte Sessions nicht während seiner Senatsanhörung für den Posten des Justizministers. Auf die Frage des Senators Al Franken, ob er von mutmaßlichen Kontakten zwischen Moskau und Trump-Beratern wüsste, sagte Sessions, ihm seien diese nicht bekannt. "Ich wurde ein- oder zweimal zum Stellvertreter der Wahlkampagne ernannt und ich hatte keine Kommunikation mit den Russen." Sessions galt bereits früh im Wahlkampf als Trump-Unterstützer.

Eine Sprecherin des Justizministeriums sagte, diese Aussage von Sessions sei nicht irreführend. "Während der Anhörung wurde er zu Russland und der Trump-Kampagne befragt - nicht über Treffen, die er als Senator und Ausschussmitglied wahrnahm", teilte sie mit.

Die demokratische Minderheitsführerin im Repräsentantenhaus, Nancy Pelosi, wollte sich damit allerdings nicht zufrieden geben. Sie beschuldigte Sessions, beim Amtseid gelogen zu haben und forderte seinen Rücktritt. Ihr Amtskollege, der Abgeordnete Adam Schiff, sagte, Sessions müsse sich von jeglicher Rolle in den FBI-Ermittlungen wegen Voreingenommenheit zurückziehen. Dies sei keine Forderung, sondern "ein Muss". Das Weiße Haus gab zunächst keinen Kommentar ab.

(lsa/ap)