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Ukraine-Krise: Jazenjuk: Moskau will den Dritten Weltkrieg

Ukraine-Krise : Jazenjuk: Moskau will den Dritten Weltkrieg

Während in der Ukraine bei einer Explosion an einem Kontrollposten Verletzte zu beklagen sind, hat der ukrainische Ministerpräsident Arseni Jazenjuk Russland vorgeworfen, einen dritten Weltkrieg beginnen zu wollen. Zudem hätten sich russische Truppen der ukrainischen Grenze bis auf einen Kilometer genähert.

Nahe Odessa am Schwarzen Meer sind bei einer Explosion an einem Kontrollposten sieben Menschen verletzt worden. Der Sprengsatz sei am frühen Morgen detoniert, sagte ein Sprecher der Polizei am Freitag. Pro-ukrainische Aktivisten hätten den Posten errichtet. Einwohner der Hafenstadt versuchen, mit solchen Kontrollstellen zu verhindern, dass pro-russische Separatisten aus der benachbarten Region Transnistrien in die Ukraine eindringen.

Die russische Nachrichtenagentur Interfax meldete unter Berufung auf Augenzeugen, eine Bombe sei aus einem vorbeifahrenden Auto aus auf den Posten geschleudert worden. Die Polizei vor Ort bestätigte das nicht. In Transnistrien, das sich Anfang der 1090er Jahre von der Republik Moldau losgesagt hat, sind russische Soldaten stationiert, die unter anderem ein Waffenlager aus der Zeit der Sowjetunion bewachen. Die Nato hatte unlängst gewarnt, Russland könne nach der Eingliederung der ukrainischen Halbinsel Krim nun auch nach Transnistrien greifen.

Außerdem ist ein Mi-8-Transporthubschrauber der ukrainischen Streitkräfte auf einem Flugplatz nahe der ostukrainischen Stadt Slawjansk in Brand geschossen worden. Der Pilot wird nach ukrainischen Angaben durch das Feuer verletzt.

Kiew: Russland will dritten Weltkrieg

Unterdessen hat der ukrainische Ministerpräsident Arseni Jazenjuk Russland vorgeworfen, einen dritten Weltkrieg beginnen zu wollen. Die Versuche Russlands, einen Konflikt in seinem Nachbarland vom Zaun zu brechen, werde zu einer militärischen Auseinandersetzung in Europa führen. Russland wolle sein Land militärisch und politisch besetzen, sagt Jazenjuk.

Zudem hätten sich russische Einheiten nach Angaben des ukrainischen Verteidigungsministeriums bei einem Manöver bis auf einen Kilometer der gemeinsamen Grenze genähert. Russische Soldaten hätten die Grenze aber nicht überschritten.

Moskau seinerseits will im Falle weiterer Gewalt in der Ukraine den Weltsicherheitsrat einschalten. Das sagte der russische UN-Botschafter Witali Tschurkin dem Moskauer Staatsfernsehen am Freitag. Falls wie am Vortag im Osten und im Südosten der Ukraine gewaltsam gegen die "Protestbewegung" vorgegangen werde, dann werde Russland eine Sondersitzung des UN-Sicherheitsrates anstreben.

Merkel fordert klares Bekenntnis

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat vom russischen Präsidenten Wladimir Putin ein klares Bekenntnis zu den Genfer Vereinbarungen für die Ukraine verlangt. Merkel forderte Putin nach Angaben von Regierungssprecher Steffen Seibert am Freitag in einem Telefonat dazu auf, öffentlich deutlich zu machen, dass er die Vereinbarungen aus der vergangenen Woche "voll unterstützt". Zugleich warf Seibert Russland vor, bislang keine einzige Zusage aus Genf umgesetzt zu haben. "Nichts davon ist bisher geschehen."

Merkel stellte ferner klar, dass auch Deutschland bei einer Zuspitzung des Konflikts zu weiteren Sanktionen bereit sei. "Da möge sich keiner täuschen. Diese Bereitschaft besteht weiterhin", sagte Seibert. Im Laufe des Tages soll es zur Entwicklung im Osten der Ukraine noch eine Telefonkonferenz der Kanzlerin mit US-Präsident Barack Obama und europäischen Staats- und Regierungschefs geben.

(REU)