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Streit um Raketentests: Japan erwägt Militärschlag gegen Nordkorea

Streit um Raketentests : Japan erwägt Militärschlag gegen Nordkorea

Seoul/Tokio (rpo). Nach den umstrittenen Raketentests denkt Japan offen über einen Präventivschlag gegen Nordkorea nach. Der kommunistische Staat hatte seinerseits den USA den Versuch unterstellt, "einen neuen Krieg auf der koreanischen Halbinsel anzuzetteln".

Japans Regierungssprecher Shinzo Abe erklärte, bei den japanischen Überlegungen gehe es vor allem um die Frage, ob ein Präventivschlag mit der japanischen Verfassung und dem dort festgeschriebenen Recht auf Selbstverteidigung vereinbar wäre. "Wenn wir davon ausgehen, dass es keine andere Möglichkeit gibt, um einen Angriff zu verhindern, dann gibt es die Ansicht, dass es mit dem Verfassungsrecht auf Selbstverteidigung vereinbar wäre, die Abschussbasen mit Marschflugkörpern anzugreifen", sagte Abe. "Wir müssen die Diskussion darüber intensiver führen."

Japan hat wegen der Raketentest beim Sicherheitsrat der Vereinten Nationen eine Resolution eingebracht, in der Sanktionen gefordert werden. Diese Resolution ignorierte aber die Bedenken der ständigen Mitglieder und Vetomächte China und Russland, die gegen Sanktionen sind. Sie befürchten, dass dies die Spannungen weiter erhöht. Der japanische Ministerpräsident Junichiro Koizumi erklärte laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Kyodo, sein Land bestehe nicht auf einer Abstimmung über eine solche Resolution noch am Montag.

Die nordkoreanische staatliche Zeitung "Rodong Sinmun" schreibt, Washington betrachte die Halbinsel als "Schlüssel zur Umsetzung seiner aggressiven Asien-Strategie". Zugleich kritisiert es die internationalen Militärübungen, die unter US-Führung derzeit auf Hawaii stattfinden. Den umstrittenen Raketentest erwähnte die Zeitung hingegen nicht.

Der US-Gesandte Christopher Hill traf am Montag in Tokio mit dem japanischen Außenminister Taro Aso zu Beratungen über das nordkoreanische Atomprogramm zusammen. Am Nachmittag wollte er mit seinem japanischen Kollegen Kenichiro Sasae zusammenkommen.

(afp)