Israel: Zwei Jugendliche aus Gaza sterben bei israelischem Luftangriff

Nahost-Konflikt : Zwei Jugendliche aus Gaza sterben bei israelischem Luftangriff

Bei einem israelischen Luftangriff im Gazastreifen sind am Samstag nach palästinensischen Angaben zwei Jugendliche getötet worden. 14 weitere Menschen seien bei dem Angriff auf ein Gebäude der im Gazastreifen herrschenden Hamas verletzt worden.

Das teilte das Gesundheitsministerium in Gaza mit. Bei den Toten handelte es sich den Angaben zufolge um einen 15-Jährigen und einen 16-Jährigen aus Gaza. Sie seien bei dem Angriff im Westen der Stadt Gaza von Granatsplittern tödlich verletzt worden, hieß es. Nach Angaben von Augenzeugen hielten sie sich in der Nähe des Gebäudes auf.

Als Reaktion auf Attacken militanter Palästinenser auf das israelische Grenzgebiet flog Israels Luftwaffe am Samstag Angriffe auf Dutzende Hamas-Ziele. Es handele sich um „den größten Tageslicht-Angriff“ seit dem Gaza-Krieg im Sommer 2014, sagte der israelische Armeesprecher Jonathan Conricus.

Militante Palästinenser feuerten Dutzende Mörsergranaten und Raketen auf israelisches Gebiet ab. Eine Rakete schlug nach Polizeiangaben am Samstag in der Grenzstadt Sderot ein.

Bereits am Freitag war bei gewaltsamen Auseinandersetzungen mit der israelischen Armee an der Gaza-Grenze ein palästinensischer Jugendlicher getötet worden. Ein 20-Jähriger erlag den Angaben zufolge am Samstag seinen Verletzungen.

Israel reagiert massiv

Israel hatte bereits in der Nacht Hamas-Ziele angegriffen, darunter zwei Angriffstunnel. Allein in einer dritten Welle tagsüber seien 40 militärische Hamas-Ziele bombardiert worden, sagte Conricus. Das Hauptquartier eines Hamas-Bataillons in Beit Lahia im Norden des Gazastreifens sei komplett zerstört worden, ebenso wie ein logistisches Zentrum mit Helium-Vorräten.

Conricus sprach von "Vergeltung der israelischen Armee gegen die Hamas". Seit Monaten verübe die radikalislamische Palästinenserorganisation Terrorangriffe auf Israel. Der Armeesprecher nannte die Angriffe mit Brand-Drachen, Attacken am Grenzzaun sowie die Angriffe mit Raketen und Mörsergranaten. Zuletzt habe die Gewalt zugenommen, sagte Conricus.

"Unsere Botschaft an die Hamas ist: Wir können und werden die Intensität unserer Angriffe steigern", sagte der Sprecher. "Die Hamas drängt die Bevölkerung des Gazastreifens immer weiter an den Rand des Abgrunds." Er betonte, es seien nur militärische Ziele angegriffen und die Bevölkerung in arabischer Sprache gewarnt worden.

Die Palästinenser protestierten am Freitag gegen die geplante Räumung eines Beduinendorfs im Westjordanland durch Israel. Tausende Palästinenser hätten im Gazastreifen an der Grenze zu Israel Granaten, Sprengsätze und Brandbomben geworfen, teilte die Armee mit.
Soldaten hätten einen Versuch bemerkt, den Sicherheitszaun zu durchbrechen, und daraufhin das Feuer eröffnet.

Bei einer Handgranaten-Attacke auf eine israelische Militäreinheit nahe der Grenzstadt Rafah sei ein israelischer Soldat an der Brust verletzt worden.

Seit dem 30. März haben israelische Soldaten bei teils gewaltsamen Protesten an der Gaza-Grenze nach palästinensischen Angaben rund 140 Menschen getötet. Viele davon waren Hamas-Mitglieder.

Die Palästinenser fordern ein Ende der vor mehr als zehn Jahren verhängten Gaza-Blockade und ein Rückkehrrecht in das israelische Staatsgebiet. Sie beziehen sich dabei auf Flucht und Vertreibung Hunderttausender im Zuge der israelischen Staatsgründung 1948.

(felt/dpa)
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