Israel: Soldaten töten Palästinenser an Gaza-Grenze

Gewalt in Israel : Soldaten töten Palästinenser bei Zusammenstößen an Gaza-Grenze

Erneut ist tödlichen Gewalt zwischen Israelis und Palästinensern aufgeflammt: Bei gewaltsamen Auseinandersetzungen mit der israelischen Armee an der Gaza-Grenze ist ein Palästinenser getötet worden.

Unklar war zunächst, wie der 22-Jährige am Freitag starb. Ein Soldat habe dem Mann in die Brust geschossen, teilte das palästinensische Gesundheitsministerium in Gaza mit. Eine Armeesprecherin sagte dagegen, der Mann sei in einen Vorfall mit einem Sprengsatz involviert gewesen. Weitere 396 Menschen wurden laut palästinensischen Angaben verletzt, davon 119 schwer.

Mehrere Palästinenser hätten versucht, sich im nördlichen Gazastreifen dem Grenzzaun zu nähern, um einen Sprengsatz auf israelische Soldaten zu werfen, hieß es in einer Mitteilung der Armee. Der Sprengsatz sei allerdings noch im Gazastreifen explodiert und habe mehrere Palästinenser verletzt. Soldaten seien nicht verletzt worden.

Palästinensische Augenzeugen berichteten, der getötete Mann habe die selbst gebastelte Bombe in der Hand gehalten, als sie explodiert sei. Rund 30 Palästinenser seien zudem dabei verletzt worden.

Seit 30. März haben israelische Soldaten bei teilweise gewaltsamen Protesten an der Gaza-Grenze nach palästinensischen Angaben 137 Menschen getötet. Viele davon waren Mitglieder der radikalislamischen Hamas, die im Gazastreifen herrscht. Die Palästinenser fordern bei den Protesten ein Rückkehrrecht in das heutige israelische Staatsgebiet. Sie beziehen sich dabei auf Flucht und Vertreibung Hunderttausender im Zuge der israelischen Staatsgründung 1948.

(felt/dpa)
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