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Militäraktion "Säule der Verteidigung": Israel setzt massive Luftschläge in Gaza fort

Militäraktion "Säule der Verteidigung" : Israel setzt massive Luftschläge in Gaza fort

Die israelische Luftwaffe hat ihre massiven Luftschläge im Gazastreifen auch in der Nacht zum Donnerstag fortgesetzt. Die UN betrachten die Situation mit großer Sorge, warnen vor "möglicherweise katastrophalen Folgen".

ei den heftigen Angriffen zwischen der israelischen Armee und militanten Palästinensern sind bis Donnerstag mindestens 14 Menschen getötet worden. Mehr als 120 Menschen wurden verletzt.

Die israelische Armee teilte mit, sie habe seit dem Beginn der Offensive "Säule der Verteidigung" am Vortag mehr als 160 Ziele im Gazastreifen aus der Luft und von See aus angegriffen. Die Zahl der Toten in dem Gebiet am Mittelmeer stieg nach Angaben der dortigen Behörden auf elf.

Militante Palästinenser schossen im selben Zeitraum 135 Raketen in Richtung Israel ab, teilte die Armee weiter mit. In Israel starben dabei am Morgen drei Menschen, als ihr Wohnhaus in dem Ort Kiriat Malachi von einer Rakete aus dem getroffen wurde. Mehrere Bewohner wurden schwer verletzt.

Militante Palästinenser beschossen Israel weiter mit Raketen und die israelische Luftwaffe setzte ihre Angriffe fort. Im Gazastreifen begann unterdessen die Beisetzung des am Vortag von Israel gezielt getöteten Militärchefs der Hamas, Ahmed Dschabari.

Unter den Toten waren den Angaben zufolge auch zwei Kinder und eine schwangere Frau. Israel warf nach Medienberichten Flugblätter über dem Gazastreifen ab, die Zivilisten dazu aufriefen, sich zu ihrem eigenen Schutz von Waffenlagern fernzuhalten.

Sondersitzung des UN-Sicherheitsrats

Die Situation dürfe nicht unterschätzt werden, sagte der UN-Untergeneralsekretär für Politische Fragen, Jeffrey Feltman, am späten Mittwochabend (Ortszeit) in einer Sondersitzung des UN-Sicherheitsrats in New York.

UN-Diplomaten berichten, dass große Einigkeit im Rat geherrscht habe und die Lage als höchst bedrohlich eingeschätzt wurde. Palästinenser und Israelis wurden zur Zurückhaltung aufgefordert. Beschlüsse standen nicht zur Debatte.

Die israelische Militäroperation gegen militante Palästinenser im Gazastreifen kann nach Worten von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu im Bedarfsfall sogar noch ausgeweitet werden. Das israelische Militär erklärte am späten Mittwochabend, alle Optionen lägen auf dem Tisch. Die Streitkräfte teilten mit, Bodentruppen stünden auch für einen Einmarsch bereit, sollte der Befehl gegeben werden.

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Das israelische Sicherheitskabinett gab Verteidigungsminister Ehud Barak bei einer Dringlichkeitssitzung grünes Licht für die Mobilisierung von Reservisten. Dies solle geschehen, falls Bedarf bestehe, berichteten israelische Medien in der Nacht zum Donnerstag online. Auch am Donnerstagmorgen wurde Israel weiter mit zahlreichen Raketen aus dem Gazastreifen beschossen, berichteten israelische Medien.

Mehr als 20 Luftangriffe

US-Präsident Barack Obama sicherte Netanjahu seine Unterstützung zu. Obama habe in dem Telefonat bekräftigt, dass Israel ein Recht auf Selbstverteidigung habe, teilte das Weiße Haus in Washington am Mittwochabend (Ortszeit) mit. Netanjahu solle alles dafür tun, um Todesopfer in der Zivilbevölkerung zu vermeiden. Beide Politiker seien darin einig, dass die radikal-islamische Hamas ihre Angriffe auf Israel beenden müsse.

Am Mittwochnachmittag sei US-Vizepräsident Joe Biden persönlich von dem israelischen Premier über die Geschehnisse unterrichtet worden. Obama und Netanjahu wollten auch in den kommenden Tagen in Kontakt bleiben.

Zum Auftakt einer neuen Offensive namens "Säule der Verteidigung" tötete die israelische Luftwaffe gezielt den Militärchef der radikal-islamischen Hamas, Ahmed al-Dschabari, und seinen Assistenten. Bei mehr als 20 Luftangriffen starben weitere sieben Palästinenser in dem Gebiet am Mittelmeer. 50 Menschen wurden zum Teil schwer verletzt.

"Terrorist Nummer eins"

Militante Palästinenser feuerten israelischen Medienberichten zufolge Dutzende Raketen Richtung Israel ab. Dort suchten Hunderttausende Menschen Zuflucht in Schutzräumen. Autos in Beerscheva gingen in Flammen auf, mehrere Gebäude wurden getroffen. Von Opfern wurde zunächst nichts bekannt.

Der militärische Hamas-Arm im Gazastreifen nannte die Tötung von Al-Dschabari eine "Kriegserklärung" und kündigte massive Rache an. Die israelische Armee bezeichnete Al-Dschabari als "Terroristen Nummer eins" im Gazastreifen. Er sei auch an der Entführung des vor gut einem Jahr freigelassenen israelischen Soldaten Gilad Schalit in den Gazastreifen beteiligt gewesen. Auch andere Hamas-Führer seien nun vogelfrei.

Ägypten berief aus Protest gegen Israels Angriffe seinen Botschafter aus Tel Aviv zurück. Zudem werde Israels Botschafter einbestellt werden.

Verteidigungsminister Barak nannte vier Ziele der Aktion: Stärkung der israelischen Abschreckung, Zerstörung der Raketen-Infrastruktur im Gazastreifen, Schwächung terroristischer Gruppen und Schutz der israelischen Bevölkerung vor künftigen Raketenangriffen. Auch die Opposition unterstützte das Vorgehen.

Die neue Runde der Gewalt hatte am Samstag begonnen, als ein israelischer Jeep von einer Rakete aus dem Gazastreifen getroffen wurde. Dabei waren vier Soldaten zum Teil schwer verletzt worden.

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(dpa)