Israel reagiert auf Raketenangriffe mit Beschuss von radikalen Palästinensern

Nach Raketen aus Gazastreifen : 14 Tote bei Angriffen Israels auf radikale Palästinenser

Aus dem Gazastreifen fliegen erneut Dutzende Raketen in Richtung auf israelische Orte. Israels Armee attackiert militante Palästinenser in Gaza - und verlegt offenbar schweres Geschütz ins Grenzgebiet.

Der Konflikt zwischen Israel und der militanten Palästinenserorganisation Islamischer Dschihad im Gazastreifen droht sich weiter zu verschärfen. Bei israelischen Luftangriffen im Gazastreifen auf Ziele der Extremistengruppe wurden nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums am Mittwoch 14 Menschen getötet. Nach palästinensischen Quellen handelte es sich bei den Toten um drei Zivilisten und elf Mitglieder des Islamischen Dschihad. Damit steigt die Zahl der seit Beginn der neuen Gewaltwelle getöteten Palästinenser auf 24.

Die meisten wurden nach israelischen Angaben bei dem Versuch getötet, Raketen auf Israel abzufeuern. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Gaza wurden zudem mehr als 60 weitere Palästinenser verletzt. In Israel erlitten nach Angaben des Rettungsdienstes rund 50 Menschen Verletzungen.

Am Mittwoch kam es zudem erneut zu massivem Raketenbeschuss auf israelische Ortschaften. Im Grenzgebiet sowie in der Küstenstadt Aschkelon heulten am Morgen Warnsirenen, wie die israelische Armee mitteilte. Die Nachrichtenseite ynet berichtete, die Armee habe zusätzliche Einheiten auch mit schwerem Geschütz ins Grenzgebiet verlegt.

Eine Rakete wird am Dienstag aus dem Gazastreifen auf Israel abgefeuert. Foto: AP/Hatem Moussa

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sagte: „Wir greifen weiter den Islamischen Dschihad an, nachdem wir den führenden Dschihad-Kommandanten im Gazastreifen unschädlich gemacht haben.“ Der Extremistengruppe sei klar, „dass wir sie weiter gnadenlos angreifen werden“. Er schwor die Bürger auf eine längere Auseinandersetzung ein. „Wir wollen keine Eskalation, aber wir reagieren hart auf jeden Angriff.“

Die US-Regierung verteidigte das Vorgehen Israels. „Israel hat jedes Recht, sich und seine Bürger zu verteidigen“, erklärte die Sprecherin des Außenministeriums, Morgan Ortagus, auf Twitter.

Seit Dienstagmorgen haben militante Palästinenser nach Angaben der israelischen Armee mehr als 220 Raketen auf Israel abgefeuert. Dutzende davon seien von der Raketenabwehr Iron Dome (Eisenkuppel) abgefangen worden.

Die militanten Palästinenser reagierten damit auf die gezielte Tötung eines Militärchefs des Islamischen Dschihad im Gazastreifen, Baha Abu Al Ata, durch die israelische Luftwaffe. Auch seine Frau kam bei dem nächtlichen Überraschungsangriff ums Leben. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums wurden am Dienstag zehn Palästinenser bei gezielten israelischen Luftangriffen getötet. Acht von ihnen hatten nach Angaben der israelischen Armee versucht, Raketen auf Israel abzufeuern.

Ägypten und die Vereinten Nationen bemühen sich nach israelischen Medienberichten, die Lage zu beruhigen und vermitteln intensiv hinter den Kulissen.

(hebu/dpa)
Mehr von RP ONLINE