Israel: Militär schickt Hilfsgüter in den Gazastreifen

UN-Sicherheitsrat ohne gemeinsame Erklärung: Israels Militär schickt Hilfsgüter in den Gazastreifen

Nach den schweren Zusammenstößen an Israels Grenze zum Gazastreifen hat das israelische Militär humanitäre Hilfsgüter in das Gebiet geschickt. Bei den UN in New York tauschen Israel und Palästinenser Vorwürfe aus.

Nach den erneuten tödlichen Grenzprotesten im Gazastreifen warfen sich Israel und die Palästinenser bei den Vereinten Nationen gegenseitig Verstöße gegen internationale Gesetze vor. „Wie viele Palästinenser müssen sterben, bevor Sie handeln?“, fragte der palästinensische UN-Botschafter Rijad Mansur den UN-Sicherheitsrat am Dienstag auf einem Treffen im UN-Hauptsitz in New York.

Israels Botschafter Danny Danon sagte zu dem Rat: „Sie müssen der Hamas erzählen, dass Gewalt nicht die Antwort ist.“ Die USA verteidigten das Vorgehen ihres Verbündeten auf der Sicherheitsratssitzung in New York dagegen als zurückhaltend. Das Treffen des Weltsicherheitsrats endete ohne gemeinsame Erklärung.

UN-Generalsekretär António Guterres erklärte am Dienstag, die Tötung von mehr als 50 protestierenden Palästinensern am Montag zeige, wie wichtig eine politische Lösung des Nahostkonflikts sei. Der Weg hinaus aus der zerfahrenen Situation führe nur über eine Zweistaatenlösung, die Israelis und Palästinensern ein gemeinsames Leben in Frieden und Sicherheit ermögliche.

Medizinische Güter für Gaza

Wie die für palästinensische Zivilangelegenheiten zuständige israelische Einheit Cogat am Dienstag mitteilte, wurden 53 Tonnen an medizinischer Ausrüstung in den Gazastreifen transportiert, darunter Bandagen, Flüssigmedikamente und Geräte für Laufbandtherapie. Benzin würde später geliefert, hieß es weiter.

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Kliniken im Gazastreifen fühlen sich von der hohen Zahl der durch israelische Schüsse verletzten Menschen überwältigt. Am Montag hatte Israels Militär laut dem palästinensischen Gesundheitsministerium fast 60 Palästinenser erschossen, die sich an der Grenze zu Massenprotesten versammelt hatten. Demnach gab es mehr als 2700 Verletzte. Der Montag war der blutigste Tag seit dem Krieg zwischen Israel und der radikalislamischen Hamas im Jahr 2014.

Israel verteidigte sich gegen internationale Kritik am massiven Schusswaffeneinsatz seiner Soldaten. Diese hätten die Grenze verteidigt. Der Hamas warf Israel zudem vor, unter dem Deckmantel von Protesten Attacken zu verüben.

(oko/AP)