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Israel: Luftwaffe zerstört weitere Gebäude in Gaza – EU ruft zu Zurückhaltung auf

Nahostkonflikt : Israels Luftwaffe zerstört weitere Gebäude in Gaza – EU ruft zu Zurückhaltung auf

Israelische Kampfflugzeuge haben am Mittwoch in Gaza zwei Hochhäuser angegriffen und zum Einsturz gebracht. Der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell hat von Israel Augenmaß bei der Reaktion auf die Angriffe aus dem Gazastreifen gefordert – insbesondere im Hinblick auf die zivilen Opfer.

Israelische Kampfflugzeuge haben ein weiteres von Militanten genutztes Hochhaus in Gaza zerstört. In dem 14-stöckigen Gebäude hatten sowohl die islamistische Hamas als auch der militante Islamische Dschihad Büros. Allerdings gab es auch Cafés und Geschäfte in dem Haus. Videos zeigten, wie das Haus nach dem Angriff einstürzte.

Die Luftwaffe hatte zuvor auch das Haus eines ranghohen Mitglieds der islamistischen Hamas zerstört. Das Gebäude diente demnach als Waffenlager. Insgesamt zerstörte das Militär seit Dienstag bislang drei Hochhäuser.

Der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell hat von Israel Augenmaß bei der Reaktion auf die Angriffe aus dem Gazastreifen gefordert. „Das willkürliche Abfeuern von Raketen der Hamas und anderer Gruppen gegen israelische Zivilisten ist inakzeptabel“, teilte er am Mittwoch mit. Zugleich müsse die Reaktion darauf „verhältnismäßig und mit größtmöglicher Zurückhaltung bei der Anwendung von Gewalt erfolgen“.

„Die EU ist bestürzt über die zahlreichen toten Zivilisten und Verletzten, darunter auch Kinder“, erklärte Borrell. Alle Anstrengungen sollten nun darauf gerichtet werden, weitere zivile Opfer zu vermeiden und Deeskalation zu unterstützen. Die EU fordere ein sofortiges Ende der anhaltenden Gewalt. Es müsse alles getan werden, um einen breiteren Konflikt zu verhindern.

Auch die US-Regierung hat sich zutiefst besorgt über die Gewalt zwischen Israelis und Palästinensern gezeigt und die Konfliktparteien eindringlich zur Deeskalation aufgerufen. US-Außenminister Antony Blinken sagte am Mittwoch in Washington, er habe den zuständigen Spitzendiplomaten Hady Amr darum gebeten, umgehend in die Region zu reisen und sich mit führenden Vertretern beider Seiten zu treffen. Amr werde auch im Namen von US-Präsident Joe Biden auf eine Deeskalation der Gewalt drängen.

Der Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern hat sich in den vergangenen Tagen wieder zugespitzt. Militante Palästinenser feuerten nach Angaben der israelischen Armee bisher mehr als 1000 Raketen aus dem Gazastreifen in Richtung Israel ab. Israels Luftwaffe habe ihrerseits Hunderte Ziele in dem abgeschotteten Küstengebiet attackiert. Auf beiden Seiten gab es Todesopfer.

(bora/dpa)