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Offensive im Gazastreifen: Israel lehnt Gefangenenaustausch ab

Offensive im Gazastreifen : Israel lehnt Gefangenenaustausch ab

Jerusalem (rpo). Ein Ende des Konflikts um den entführten israelischen Soldaten Gilad Schalit zeichnet sich nicht ab. Der politische Führer der Hamas-Bewegung, Chaled Maschaal, äußerte sich am Montag erstmals persönlich und forderte im Gegenzug die Freilassung palästinensischer Häftlinge aus israelischen Gefängnissen. Israels Ministerpräsident Ehud Olmert lehnte einen Gefangenenaustausch ab.

"Wir wollen eine friedliche Lösung, und das ist ein Austausch", erklärte Maschaal in Damaskus. Israel gebe sich einer Illusion hin, wenn es glaube, die Freilassung des Soldaten mit Militäraktionen erzwingen zu können, sagte Maschaal. Olmert wiederum brandmarkte die Hamas abermals als "blutige Terrororganisation". Doch obwohl einige Hamas-Minister direkt in Terrorakte verwickelt seien, habe er nicht die Absicht, die Regierung in Ramallah zu stürzen, betonte der israelische Ministerpräsident.

Mehrere militante Gruppen, darunter der militärische Flügel der Hamas-Bewegung, entführten Schalit am 25. Juni, worauf israelische Truppen eine Militäroperation im Gazastreifen starteten. Seitdem sind schon weit über 50 Palästinenser getötet worden.

Auch am Montag setzten die Streitkräfte ihre Offensive fort. Bei vier Luftangriffen kamen insgesamt sieben Palästinenser ums Leben, wie aus Kliniken im Gazastreifen verlautete. Einer der Angriffe galt nach Militärangaben einer Gruppe von Extremisten, die in der Nähe des Grenzübergangs Karni ein Panzerabwehrgeschoss transportierten. Ein weiterer Angriff richtete sich gegen Palästinenser, die gerade bei Beit Hanun eine Rakete auf Israel abgeschossen hatten.

Am Sonntagabend feuerte die israelische Luftwaffe im Gazastreifen auf ein mit Sprengstoff beladenes Auto. Dadurch wurde eine Serie von Explosionen ausgelöst, bei der ein Mensch getötet und fünf weitere verletzt wurden, darunter ein achtjähriges Mädchen. Die Hamas bestätigte, dass das Auto Sprengstoff geladen hatte.

(ap)