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Gaza-Konflikt: Israel kündigt weitere Militäroffensive an

Gaza-Konflikt : Israel kündigt weitere Militäroffensive an

Israels Ministerpräsident Netanjahu schwört sein Land auf weitere intensive Kämpfe während einer TV-Ansprache ein. Währenddessen gibt es Meldungen über neue Gefechte mit Toten, wie Hamas und israelisches Militär melden. Die Chance auf eine Waffenruhe scheint aussichtslos.

Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu stimmt seine Landsleute auf "einen langen Feldzug" gegen radikale Palästinenser im Gazastreifen ein. Ziel einer jeden Lösung müsse die Entmilitarisierung des von der Hamas kontrollierten Küstenstreifens sein, sagte er am Montag in einer Fernsehansprache. "Es gibt keinen gerechteren Krieg als diesen", sagte Netanjahu. Bei Kämpfen wurden unterdessen erneut zahlreiche Menschen getötet: Ein Angriff traf einen Park in Gaza, wo Muslime das Ende des Fastenmonats Ramadan feierten, eine Gruppe Kämpfer griff israelische Soldaten durch einen Tunnel an.

"Wir müssen für einen verlängerten Einsatz bereit sein", sagte Netanjahu. "Wir werden weiter aggressiv und verantwortlich handeln", um die Bürger zu schützen, erklärte er. Auch sämtliche Tunnel sollten zerstört werden.

Hamas-Anführer Sami Abu Suhri gab sich unbeeindruckt von Netanjahus Ansprache. "Seine Drohungen machen der Hamas keine Angst", sagte er. Israel müsse den Preis für seine Massaker an Zivilisten und Kindern zahlen.

Der Tunnel-Konflikt

Bewaffnete Palästinenser gelangten nach Militärangaben durch einen Tunnel von Gaza nach Israel und schossen auf Soldaten. Nach den Angreifern werde gesucht. Medienberichten zufolge wurden bei dem Gefecht fünf Palästinenser getötet. Seit dem Beginn der Offensive vor drei Wochen hat Israels Militär nach eigenen Angaben rund 20 Tunnel zerstört. Nach weiteren wird gesucht. Überdies starben bei mehreren Gefechten am Montag nach Armeeangaben mindestens neun Soldaten.

Bei einer Explosion in einem Park von Gaza wurden nach palästinensischen Angaben zudem mindestens zehn Menschen getötet, darunter neun Kinder. Die Kinder hätten gespielt und geschaukelt, als sich die Explosionen ereignet hätten, sagte ein Sprecher eines nahe gelegenen Krankenhauses. Palästinenser vermuteten einen israelischen Luftangriff. Die israelischen Streitkräfte wiesen das zurück; die Menschen im Park seien von fehlgeleiteten palästinensischen Raketen getötet worden, hieß es.

Neue Rufe nach Waffenruhe

Damit stieg die Zahl der Toten in dem Konflikt auf mehr als 1000 Palästinenser und 55 Israelis. Wegen vieler ziviler Opfer in dem mit 1,8 Millionen Menschen dicht besiedelten Gazastreifen sieht sich Israel mit Rufen nach einer Waffenruhe konfrontiert.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hatte eine entsprechende einstimmige Sicherheitsratserklärung bei einem Treffen mit Netanjahu bekräftigt.

Die Waffen sollten um der Menschlichkeit willen schweigen, sagte er an Israel und die Hamas gerichtet. Die Regierung Israels und die Führung der Hamas handelten "moralisch falsch", indem sie auf Waffengewalt setzten. Nach den israelischen Angriffen sei Gaza in einem kritischen Zustand. Der Tod vieler Zivilisten lasse "ernste Fragen zur Verhältnismäßigkeit" aufkommen.

Israelische Kampfjets hatten am Montag verschiedene mutmaßliche Hamas-Stützpunkte im Gazastreifen bombardiert, auch die Bodenoffensive ging weiter. Nach Militärangaben wurden zwei Abschussrampen für Raketen und eine Werkstatt ins Visier genommen, in der Raketen gebaut werden. Zuvor seien vom Gazastreifen ein Dutzend Raketen auf Israel abgefeuert worden.

(dpa)