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Netanjahu warnt erneut vor Atombomben: Israel: Iran betreibt 7000 weitere Uran-Zentrifugen

Netanjahu warnt erneut vor Atombomben : Israel: Iran betreibt 7000 weitere Uran-Zentrifugen

Während der neue iranische Präsident Hassan Ruhani einlenkende Worte im Streit um die Atomkraft findet, hat der Iran nach Erkenntnissen der israelischen Regierung in jüngster Zeit siebentausend weitere Zentrifugen zur Urananreicherung in Betrieb genommen, davon eintausend von neuester Bauart.

Dies sagte am Mittwoch Ministerpräsident Benjamin Netanjahu bei einer Ansprache im Süden Israels, die im öffentlichen Rundfunk übertragen wurde. Der seit dem Wochenende amtierende iranische Präsident Hassan Rohani gebe "sich gegenüber dem Westen ein neues Image, aber das Nuklearprogramm macht weiter Fortschritte", warnte der Regierungschef.

Wenn Rohani sage, "keine Bedrohung könne ihn beeindrucken, ist das falsch. Das einzige, was in den letzten zwanzig Jahren die Iraner zu Zugeständnissen bei ihrem Atomprogramm gezwungen hat, waren Druck und die ausdrückliche Androhung von Militärschlägen", sagte Netanjahu. Am 14. Juli hatte der israelische Ministerpräsident im Gespräch mit einem US-Fernsehsender gedroht, sein Land werde nicht unbedingt auf die USA warten, um militärisch gegen die iranischen Nuklearanlagen vorzugehen. Rohani sei "ein Wolf im Schafpelz".

Der israelische Minister für strategische Fragen Juval Steinitz, ein Vertrauter Netanjahus und auch für die Geheimdienste zuständig, hatte am 28. Mai vor Diplomaten und ausländischen Korrespondenten in Jerusalem erläutert, Iran habe zu diesem Zeitpunkt 12.000 Zentrifugen im Einsatz und wolle im Nuklearzentrum Nathan am Ende bis zu 54.000 Zentrifugen betreiben, für die die Infrastruktur bereits vorhanden sei. Damit könne Iran dann "Uranmengen auf 90 Prozent anreichern, die ausreichend für den Bau von 20 bis 30 Atombomben pro Jahr" seien.

(AFP)