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Israel greift nach Spannungen Gazastreifen an​ - Gewalt hält an

Luftangriffe gegen Extremistengruppe : Angriffe auf Gazastreifen und Raketenbeschuss auf Israel dauern an

Israel reagierte mit den Angriffen nach Angaben der Regierung auf „konkrete Bedrohungen“. Vorausgegangen war die Festnahme eines Mitgliedes des Islamischen Dschihads.

Israelische Kampfflugzeuge haben am frühen Samstagmorgen militärische Ziele im Gazastreifen wie Raketenwerfer und Stellungen des Islamischen Dschihads angegriffen. Zeitgleich gingen im Süden Israels aus dem Gazastreifen abgefeuerte Raketen nieder. Über ihre Zahl war zunächst nichts bekannt, Berichte über Opfer auf israelischer Seite lagen nicht vor. Im Westjordanland wurden nach Angaben des israelischen Militärs 19 Mitglieder des Islamischen Dschihads festgenommen.

Stunden zuvor hatte das israelische Militär Luftangriffe gegen den Islamischen Dschihad im Gazastreifen geflogen und einen Kommandeur der Extremistengruppe gezielt getötet. Nach palästinensischen Angaben kamen bei dem Angriff am Freitag mindestens elf Menschen ums Leben, darunter ein fünfjähriges Kind.

Gegen Mittag am Samstag weiteten israelische Kampfflugzeuge die Angriffe in Gaza aus. Nach einer telefonischen Warnung von Anwohnern warfen Kampfjets zwei Bomben auf das Haus eines Mitglieds des Islamischen Dschihads ab. Das zweigeschossige Gebäude im Westen der Stadt Gaza wurde dem Erdboden gleich gemacht, Häuser in der Umgebung wurden schwer beschädigt. Eine Nachbarin sagte, es habe keine Warnung gegeben. In dem Haus hätten 15 Menschen gelebt. Ein weiterer Angriff traf eine Einrichtung des Islamischen Staats in der Nähe.

Israel entschied sich nach Angaben seines Militärs vom Freitag zu den Luftangriffen, weil „unmittelbare Gefahr“ durch Extremisten bestanden habe, die über Panzerabwehrraketen verfügt hätten. Das Land hatte sich auf einen Vergeltungsangriff vorbereitet, weil am Montagabend ein Mitglied des Islamischen Dschihads im Westjordanland festgenommen worden war.

Israel habe mit den Angriffen auf „konkrete Bedrohungen“ reagiert, sagte Ministerpräsident Jair Lapid am Freitag. Sein Land habe kein Interesse an einem größeren Konflikt im Gazastreifen, scheue aber auch nicht davor zurück.

Mit den Entwicklungen vom Freitag stieg die Wahrscheinlichkeit, dass es einen weiteren Krieg im Gazastreifen geben könnte. Die dort regierende militant-islamistische Hamas schien sich in dem Konflikt indes vorerst zurückzuhalten.

Das palästinensische Gesundheitsministerium gab die Zahl der am Freitag getöteten Menschen mit mindestens elf an, darunter ein fünfjähriges Mädchen und eine 23 Jahre alte Frau. Zwischen zivilen Opfern und solchen unter Extremisten wurde dabei nicht unterschieden. Das israelische Militär erklärte, ersten Schätzungen zufolge seien etwa 15 Kämpfer getötet und Dutzende verwundet worden.

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Der UN-Sondergesandte für die Region, Tor Wennesland, erklärte, das Abfeuern von Raketen müsse sofort beendet werden. Er rufe alle Seiten auf, eine weitere Eskalation zu verhindern.

Israel und die Hamas haben bereits mehrere Kriege gegeneinander geführt, zuletzt im Mai 2021. Im Gazastreifen leben rund zwei Millionen Palästinenser. Die Gruppe Islamischer Dschihad ist nicht so groß wie die Hamas, steht ihr aber ideologisch nahe. Beide lehnen die Existenz Israels ab.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Angriffe auf Gazastreifen und Raketenbeschuss auf Israel

(albu/dpa)