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Syrien soll chemische Waffen benutzt haben: Israel: Assad hat Sarin eingesetzt

Syrien soll chemische Waffen benutzt haben : Israel: Assad hat Sarin eingesetzt

Israel hat der syrischen Regierung den Einsatz von Chemiewaffen beim Kampf gegen die Rebellen vorgeworfen. Die Truppen von Staatschef Baschar al-Assad hätten wahrscheinlich das Gas Sarin verwendet, sagte der Militärgeheimdienstler Itai Brun am Dienstag auf einer Sicherheitskonferenz in Tel Aviv.

Auf Fotos seien Opfer zu sehen, die Schaum vor dem Mund hätten und deren Pupillen zusammengezogen seien. Dies deute auf den Einsatz von Giftgas hin, sagte der Brigadegeneral. Die Truppen hätten die Chemiewaffen in den vergangenen Monaten mehrmals eingesetzt. Assads Einheiten versuchen seit mehr als zwei Jahren, einen Aufstand niederzuschlagen.

Israel ist besorgt, dass in dem Bürgerkrieg Chemiewaffen in dem Nachbarland in die Hände von Islamisten geraten könnten und hat angekündigt, dies zu verhindern. US-Präsident Barack Obama hatte den Einsatz von Chemiewaffen als Schwelle bezeichnet, die nicht überschritten werden dürfe. Andernfalls würde die Staatsführung zur Rechenschaft gezogen.

US-Verteidigungsminister Chuck Hagel traf sich am Dienstag mit dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu. "In diesen Zeiten müssen Freunde und Alliierte enger als je zuvor zusammenstehen", sagte er vor dem Gespräch. Am Montag war Hagel in einem israelischen Militärhubschrauber über die von Israel besetzten Golanhöhen geflogen. Die syrische Hauptstadt Damaskus liegt von dort weniger als 100 Kilometer entfernt.

US-Außenminister John Kerry hat die Berichte über den Einsatz von Giftgas angezweifelt. In einem Telefongespräch habe ihm Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu am Dienstag die Verwendung jener Massenvernichtungswaffe nicht bestätigen können, sagte Kerry in Brüssel. "Ich weiß noch nicht, was die Tatsachen sind."

Nato ist besorgt

Die Nato ist nach Worten ihres Generalsekretärs Anders Fogh Rasmussen "extrem besorgt" über den möglichen Einsatz von Chemiewaffen in Syrien. Nach einem Treffen der Nato-Verteidigungsminister sagte Rasmussen, die Nato habe Notfallplanungen, um jederzeit ihr Bündnismitglied Türkei schützen zu können.

"Wir sind sehr besorgt über die Gefahr von regionalen Folgewirkungen. Wir sind extrem besorgt über den Einsatz von ballistischen Raketen in Syrien und über den möglichen Einsatz von Chemiewaffen", sagte Rasmussen vor Journalisten. Zugleich versicherte er: "Es gibt keine Aufforderung an die Nato, hier eine Rolle zu spielen. Aber wenn diese Problem ungelöst bleiben, dann könnten sie direkt unsere eigene Sicherheit bedrohen. Also werden wir sehr wachsam bleiben."

"Ich kann versichern, dass wir vorbereitet sind, um unsere Verbündeten zu schützen - in diesem Fall den syrischen Nachbarn Türkei", sagte Rasmussen. "Wir haben alle Pläne bereit, um einen wirksamen Schutz sicherzustellen."

"Wir haben keine eigenen Erkenntnisse darüber, dass Chemiewaffen tatsächlich eingesetzt worden sind", sagte der deutsche Außenminister Guido Westerwelle. "Und natürlich bitten wir alle jene, die solche Behauptungen aufstellen, uns in vollem Umfang dann auch Zugang zu ihren Erkenntnissen zu verschaffen."

Hier geht es zur Bilderstrecke: August 2012: Assad scherzt über "Selbstreinigung Syriens"

(REU/felt)