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Islamismus-Kritiker in Bangladesch auf offener Straße getötet

Bangladesch : Islamismus-Kritiker auf offener Straße getötet

In Bangladesch ist ein Kritiker des islamischen Fundamentalismus brutal getötet worden. Mehrere Bewaffnete attackierten den 26-Jährigen mit Macheten. Es ist nicht das erste Mal, dass ein Religionskritiker ermordet wurde.

Der 26 Jahre alte Online-Aktivist Nazimuddin Samad sei auf einer Straße in Dhaka mit Macheten niedergemetzelt worden, sagte ein Polizeisprecher am Donnerstag. Die Angreifer hätten nach der Tötung am Mittwochabend "Allahu Akbar" (Gott ist groß) gerufen und seien flüchtig.

Auf offener Straße wurde der Student attackiert. Foto: afp

Der Student und Blogger sei auf dem Heimweg von einem Abendkurs an der Universität gewesen, als mindestens vier Täter über ihn hergefallen seien, sagte der Polizeisprecher. Als der junge Mann nach einem Machetenhieb in den Schädel zu Boden gegangen sei, habe ihm einer der Täter aus nächster Nähe in den Kopf geschossen.

Zunächst bekannte sich niemand zu der Tat, die Polizei geht nach eigenen Angaben aber von einer gezielten Tötung aus. Samad hatte 2013 an Protesten gegen islamistische Religionsvertreter in Bangladesch teilgenommen und sich erst jüngst auf seiner Facebook-Seite gegen Fundamentalismus im Islam ausgesprochen.

Mehr als tausend Studenten blockierten nach dem Mord eine belebte Straße in der bangladeschischen Hauptstadt und forderten, dass die Täter gefasst und verurteilt werden. Seit Anfang vergangenen Jahres wurden in Bangladesch mehrere religionskritische Schriftsteller, Blogger und deren Verleger getötet. Die Polizei vermutet islamistische Extremisten hinter den Attacken und nahm mehrere Männer fest.

In Bangladesch wird ein offener, liberaler Islam gelebt. Doch in den vergangenen Jahren nahm der Einfluss fundamentalistischer und radikaler Kräfte zu. Sowohl das Terrornetzwerk Al-Kaida als auch die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) behaupten, in Bangladesch aktiv zu sein. Das verneint die Regierung des südasiatischen Landes.

(crwo/AFP/dpa)