Islamischer Staat droht mit Anschlägen auf den Eiffelturm und Big Ben

Audiobotschaft verbreitet : IS droht mit Anschlägen auf Big Ben und Eiffelturm

Die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) hat den Treueschwur der nigerianischen Extremistengruppe Boko Haram begrüßt und offiziell angenommen. Gleichzeitig gibt es neue Drohungen gegen den Westen.

Der IS veröffentlichte am Donnerstag in sozialen Netzwerken eine Audiobotschaft, in der IS-Sprecher Mohammed al-Adnani zu hören sein soll. Dieser verkündet darin die "gute Neuigkeit der Ausweitung des Kalifats auf Westafrika". Die Erfolge der Militärkoalition im Kampf gegen den IS bezeichnet er als unbedeutend.

Gleichzeitig kündigte der IS Angriffe unter anderem auf das Weiße Haus in Washington und den Big Ben in London an. Weiter sagte er: "Wir wollen mit Gottes Hilfe Paris vor Rom und Al-Andalus, nachdem wir Euer Leben schwarz und dunkel gemacht haben (...)." Zugleich nahm Al-Adnani den Treueschwur der nigerianischen Terrorgruppe Boko Haram an.

Der Anführer des IS, Abu Bakr al-Bagdadi, habe den Eid der Gefolgschaft der "Brüder" von Boko Haram "akzeptiert", sagt al-Adnani in der knapp 30-minütigen Aufnahme. Darin ruft er auch Muslime dazu auf, sich nach Westafrika zu begeben und sich den dort kämpfenden Boko-Haram-Mitgliedern anzuschließen. "Unser Kalifat setzt sich zur Wehr und stößt in die richtige Richtung vor", sagt al-Adnani. Der Kampf gegen Schiiten und die "Kreuzritter" werde fortgesetzt.

Der IS hatte im Sommer vergangenen Jahres große Gebiete im Irak und in Syrien unter seine Kontrolle gebracht und herrscht in dem dort ausgerufenen Kalifat mit brutaler Hand. Eine von den USA angeführte internationale Militärkoalition geht seit mehreren Monaten gegen IS-Stellungen vor. Al-Adnani bezeichnete die "von der Koalition ausgerufenen Siege" im Kampf gegen die Miliz allerdings als "Illusionen". Im Irak seien nur "wenige Zoll Land" von den Regierungstruppen zurückerobert worden.

Die nigerianische Gruppe Boko Haram hatte dem IS in einer am Wochenende veröffentlichten Botschaft ihre Gefolgschaft zugesichert. Boko Haram kämpft seit Jahren gewaltsam für einen islamischen Staat im mehrheitlich muslimischen Norden Nigerias. Schon seit dem vergangenen Jahr gab es Anzeichen, dass Boko Haram eine Annäherung an die Dschihadistenmiliz IS anstrebt.

(AFP)