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Islamisten in Syrien: IS soll drei Kampfflugzeuge erbeutet haben

Islamisten in Syrien : IS soll drei Kampfflugzeuge erbeutet haben

Während der Angriff der Extremistenmiliz Islamischer Staat (IS) auf Kobane offenbar zum Stillstand gebracht worden ist, verfügen die Terroristen mittlerweile nach Angaben syrischer Oppositioneller über drei eroberte Kampfflugzeuge.

Die Piloten würden von ehemaligen irakischen Offizieren trainiert, die noch unter dem früheren Machthaber Saddam Hussein in der Armee gedient hätten, sagte der Chef der in Großbritannien ansässigen syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte, Rami Abdulrahman, am Freitag. Augenzeugen hätten die Flugzeuge bereits mehrfach vom Militärflughafen Aleppo aus starten und Flugrunden in der Nähe absolvieren sehen. Der Flughafen ist unter Kontrolle des IS.

Reuters war zunächst nicht in der Lage, die Angaben zu überprüfen. Die US-Streitkräfte erklärten, ihnen sei nicht bekannt, dass der IS Kampfjets fliege. Unklar blieb zunächst auch, ob die Jets mit Waffen ausgerüstet sind und die Piloten längere Distanzen fliegen können. Bei den Flugzeugen handle es sich offenbar um MiG 21 oder MiG 23, also ältere Jets sowjetischer Bauart, die der IS von der syrischen Armee erbeutet habe. Sympathisanten des IS hatten in der Vergangenheit Fotos eroberter Kampfflugzeuge in anderen Teilen Syriens auf dem Kurznachrichtendienst Twitter eingestellt. Diese Jets schienen nach Angaben von Experten und Diplomaten jedoch nicht flugtauglich zu sein. Die Region um Aleppo ist eine der Hochburgen des IS, der etwa ein Drittel des syrischen Staatsgebiets unter seine Kontrolle gebracht hat.

Kampf um Kobane

Unterdessen verliert der IS in der nordsyrischen Stadt Kobane an Boden. Mit Hilfe von Luftangriffen der internationalen Koalition drängten kurdische Kämpfer die Dschihadisten am Freitag weiter zurück. Der Vize-Sprecher für auswärtige Angelegenheiten in Kobane, Idris Nassan, sagte der Nachrichtenagentur dpa, die Dschihadisten hätten noch 15 bis 20 Prozent des Ortes unter Kontrolle. Vor einer Woche war von etwa 40 Prozent die Rede. Kurdische Aktivisten warnten jedoch, die sunnitischen Extremisten brächten Verstärkung in die Stadt an der Grenze zur Türkei.

Ismet Hassan vom Verteidigungsrat in Kobane sagte der dpa, IS-Einheiten aus den Städten Rakka, Dair as-Saur, Dscharabulus und Manbidsch kämen den Extremisten zu Hilfe. Er wies dabei Meldungen zurück, wonach die kurdischen Volksschutzeinheiten Nachschub erhalten hätten. Der kurdische Aktivist Farhad Schami sagte, dass es in der Nacht zum Freitag neue IS-Angriffe auf kurdische Kämpfer im Osten und Süden der Stadt gegeben habe, die jedoch zurückgeschlagen worden seien. Die IS-Miliz hatte Anfang September ihren Vormarsch auf die Kurdenenklave Kobane (Arabisch: Ain al-Arab) begonnen.

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Im Westirak bereitet sich die Stadt Ramadi auf einen Großangriff der Dschihadisten vor. Die dortigen Behörden verhängten in der Nacht zum Freitag eine Ausgangssperre, wie das Nachrichtenportal "Sumaria News" berichtete. Es war unklar, wie lange die Maßnahme andauern sollte. Zuvor habe es Geheimdienstinformationen über bevorstehende Angriffe der Dschihadisten auf Sicherheitskräfte und Bürger der Stadt gegeben.

Ramadi liegt 100 Kilometer westlich von Bagdad in der von einer sunnitischen Mehrheit bewohnten Provinz Anbar. Die Stadt befindet sich auf einer wichtigen Versorgungsroute der Extremisten, die von Syrien bis kurz vor Bagdad reicht. Viele Gebiete in Anbar sind bereits unter IS-Herrschaft.

Im Irak hatten die internationalen Angriffe gegen die IS-Terrormiliz am 8. August begonnen, später wurden sie auf Syrien ausgeweitet. Der Einsatz trägt nun den offiziellen Namen Operation "Inherent Resolve", übersetzt etwa "Natürliche Entschlossenheit".

Die britischen Behörden klagten unterdessen vier Männer aus London an, weil sie einen Terroranschlag geplant haben sollen. Sie hätten eine Polizeistation im Stadtteil Shepherd's Bush und ein Armeegelände in White City ausgekundschaftet, teilte die britische Polizeibehörde Scotland Yard mit. Die Männer im Alter von 20 bis 24 Jahren sollen in Verbindung mit IS stehen. Ein fünfter Mann, der ebenfalls in London lebt, ist wegen Verstößen gegen das Waffengesetz angeklagt.

Aus Sorge vor einem Massaker in Kobane wollen am Wochenende in mehreren deutschen Städten erneut Kurden demonstrieren. Für eine Demo am Samstag in Berlin haben sich 2000 Teilnehmer angemeldet. In Bielefeld werden an dem Tag rund 1000 Menschen erwartet. Auch in München und Frankfurt wollen Kurden gegen die IS demonstrieren.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Der dramatische Kampf um Kobane

(REU/dpa)