IS Islamischer Staat: Deutscher soll Selbstmordanschlag verübt haben

Terror im Irak : Deutscher soll Selbstmordanschlag verübt haben

28 Menschen sind bei einem Sprengstoffattentat von IS-Kämpfern im Irak ums Leben gekommen. Auch ein Deutscher soll beteiligt gewesen sein. Der Kampf um Kobane tobt weiter. Die Türkei lehnt die Einrichtung eines Hilfskorridors ab.

Ein deutscher Staatsbürger hat angeblich gemeinsam mit einem Saudiaraber und einem Türken im Irak einen Selbstmordanschlag für die radikale Miliz Islamischer Staat (IS) verübt.

Der Deutsche sei einer von drei ausländischen Attentätern gewesen, die am Sonntag ein Gelände der kurdischen Sicherheitskräfte im Norden des Landes angegriffen hätten, teilte der IS nach Angaben der Gruppe Site mit, die Internetseiten von Islamisten beobachtet.

Bestätigen ließen sich die Angaben zunächst nicht. 28 Menschen wurden nach Krankenhausangaben getötet, darunter Zivilisten und Angehörige der kurdischen Peschmerga-Miliz. Bis zu 90 Menschen seien verletzt worden.

In Kobane ist der IS-Vormarsch offenbar gestoppt

Insgesamt starben am Wochenende mehr als 70 Personen bei mehreren Anschlägen im Irak. Die Serie zeigte, dass die Islamisten trotz der wochenlangen Luftangriffe der USA und anderer Staaten längst noch nicht geschlagen sind.

Das gilt auch für Syrien, wo der IS wie im Irak große Landesteile unter seine Kontrolle gebracht hat. Kurdische Kämpfer aus der Stadt Kobane an der Grenze zur Türkei berichteten am Samstag, dass die Luftangriffe zuletzt nicht mehr so erfolgreich gewesen seien. Der IS hat die Stadt von drei Seiten her eingekesselt. Sollte er Kobane übernehmen, wird ein Massaker an den Menschen befürchtet, die noch nicht in die Türkei geflüchtet sind.

Zum Sonntag hin mehrten sich allerdings die Hinweise, dass der IS seinen Vormarsch nicht forsetzen konnte. Demnach konnten die kurdischen Kämpfer die Dschihadisten im Schach halten. Dabei sollen auch die Luftangriffe der Amerikaner Wirkung gezeigt haben.

Türkei sperrt sich gegen Forderung

Die Türkei sieht sich derweil mit immer lauter werdenden Forderungen konfrontiert, endlich den Kurden zu helfen. So gingen in Düsseldorf Zehntausende Kurden aus Solidarität mit den Bewohnern Kobanis auf die Straßen. Doch am Sonntag lehnte Außenminister Mevlüt Cavusoglu auch den Vorschlag ab, einen Korridor einzurichten, über den von der Türkei aus Waffen und Kämpfer zur Unterstützung der Kurden in die Stadt gelangen könnten. Dies sei unrealistisch, sagte er in einem Interview des Senders France 24. Ein eigenes militärisches Eingreifen hat die Türkei bereits vorerst ausgeschlossen.

Der UN-Syrien-Sondergesandte Staffan de Mistura hatte die Türkei am Freitag aufgefordert, die Grenze zu Syrien für Kämpfer zu öffnen, die sich freiwillig den Kurden in Kobani anschließen wollten. Der IS belagert die Stadt an drei Fronten, so dass nur vom Norden her über die Grenze ein Zugang gelingen könnte.

Anfang Oktober erteilte das Parlament in Ankara der Regierung zwar ein Mandat für ein militärisches Eingreifen in den benachbarten Staaten Syrien und Irak. Allerdings fordert die Regierung zuerst eine international abgestimmte Strategie, die nicht nur den IS in die Schranken verweist, sondern auch den syrischen Bürgerkrieg beendet, indem der dortige Präsident Baschar al-Assad gestürzt wird.

"Jede Mücke einzeln zu töten, ist nicht die richtige Strategie. Wir müssen die Wurzeln rausreißen, die der Grund für diese Situation sind ... und das ist ganz klar das Assad-Regime in Syrien", sagte Cavusoglu. Sollte es eine gemeinsame Strategie geben, würde die Türkei ernsthaft in Erwägung ziehen, sie mit Verbündeten und befreundeten Ländern umzusetzen.

(REU)
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