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IS-Anschlag in Pakistan: 39 Verdächtige getötet

Pakistan : 39 Terrorverdächtige nach IS-Anschlag in Sufi-Schrein getötet

In Pakistan haben Sicherheitskräfte nach dem verheerenden Anschlag auf einen sufistischen Schrein mindestens 39 Verdächtige getötet. Ein Selbstmordattentäter hatte sich am Donnerstag inmitten hunderter Gläubiger in die Luft gesprengt und dabei mehr als 70 Menschen mit in den Tod gerissen.

Am Freitag gingen die pakistanischen Behörden mit Anti-Terror-Einsätzen landesweit gegen mutmaßliche Verantwortliche des Anschlags vor. 47 Personen seien festgenommen worden, sagten Beamte des pakistanischen Sicherheitsdienstes.

Bei dem Attentat in der Stadt Sehwan in der südpakistanischen Provinz Sindh waren mehr als 200 weitere Gläubige verletzt worden. Unter den Toten waren mindestens 20 Kinder. Die sunnitische Terrormiliz Islamischer Staat (IS) bekannte sich zu der Tat. Sie erklärte, der Angreifer habe in der Gebetsstätte eine "schiitische Zusammenkunft" ins Visier genommen.

Der jahrhundertealte Schrein ist ein Zentrum des Sufismus, einer mystisch-sufistischen Strömung im Islam. Er ist benannt nach dem dort beerdigten Sufi-Meister Lal Shahbaz Qalandar. Radikalsunnitische Gruppen wie der IS sehen die Anhänger der Strömung im Islam als Ketzer an.

Das benachbarte Afghanistan meldete Artilleriebeschuss aus dem Nachbarland Pakistan. Die Geschosse seien nahe der Grenze im Bezirk Lalpur eingeschlagen, sagte der Polizeichef der Provinz Nangarhar, Gul Agha Ruhani. Dort soll eine IS-Gruppe aktiv sein. Pakistan äußerte sich zunächst nicht zu dem Bericht, doch hatte es schon für frühere Anschläge Extremisten verantwortlich gemacht, die sich hinter der afghanischen Grenze versteckt hielten.

Pakistan überreichte den afghanischen Behörden zudem eine Liste mit 76 Terrorverdächtigen. Afghanistan solle sie nach Islamabad überstellen, hieß es. Über Namen auf der Liste wurde nichts bekannt. Die Regierung in Islamabad vermutet, dass sich der Chef der radikalislamischen pakistanischen Taliban - Mullah Fazlullah - im Nachbarland versteckt hält.

(oko/ap/AFP)