UN-Generalsekretär soll Visum für Abutalebi erwirken: Iran ruft Ban im Streit über UN-Botschafter zu Hilfe

UN-Generalsekretär soll Visum für Abutalebi erwirken : Iran ruft Ban im Streit über UN-Botschafter zu Hilfe

Im Streit mit den USA über ihren neuen UN-Botschafter in New York hat die iranische Regierung am Montag UN-Generalsekeretär Ban Ki Moon zu Hilfe gerufen. Obama verweigert Hamid Abutalebi die Einreise, weil er 1979 unter den Studenten gewesen sein soll, die die US-Botschaft in Teheran stürmten.

"Wir fordern ihn auf, das nötige zu tun, um diese Affäre beizulegen", erklärte Vize-Außenminister Madschid Tacht-Rawantschi. Wegen seiner angeblichen Verwicklung in die Besetzung der US-Botschaft in Teheran 1979 verweigern die USA Hamid Abutalebi ein Einreisevisum.

Tacht-Rawantschi bekräftigte am Montag, dass Teheran trotz der Vorwürfe aus Washington an Abutalebi festhalten werde. Dieser sei "effizient, erfahren und qualifiziert" für den UN-Posten in New York, und es gebe "keine Absicht, einen neuen Kandidaten zu bestimmen".

US-Abgeordnete bezeichnen den Diplomaten, der schon bei der EU, in Italien und Australien als Botschafter diente, als "Terroristen". Abutalebi bestreitet, an der Stürmung der Botschaft im November 1979 und der anschließenden Geiselnahme beteiligt gewesen zu sein. Seinen Angaben nach diente er den Besetzern nur als Dolmetscher bei der Freilassung einer Gruppe von Geiseln.

Im Prinzip sind die USA verpflichtet, allen UN-Diplomaten die Einreise zu gewähren, um ihnen die Arbeit am UN-Hauptsitz in New York zu ermöglichen. Begründete Ausnahmen sind aber möglich.

Die Botschaftsbesetzung vergiftet bis heute das Verhältnis zwischen dem Iran und den USA. Immer wieder sorgt die tatsächliche oder angebliche Beteiligung iranischer Politiker an dem Geiseldrama für Wirbel. Mehrere der früheren Geiselnehmer gehören heute zu den Reformern oder Moderaten im Iran. Auch Abutalebi steht dem moderaten Präsidenten Ruhani nahe, der sich die Verbesserung der Beziehungen zu den USA auf die Fahnen geschrieben hat.

(AFP)
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