In Israel Überzeugungsarbeit geleistet: Iran noch ein Jahr von Atomwaffen entfernt

In Israel Überzeugungsarbeit geleistet : Iran noch ein Jahr von Atomwaffen entfernt

Washington (RPO). Die US-Regierung ist davon überzeugt, dass der Iran mindestens ein Jahr vom Bau einer Atombombe entfernt ist. Die Islamische Republik benötige ein Jahr oder länger, um mit ihrer derzeitigen Ausrüstung und aus ihren Beständen an niedrig angereichtertem Uran waffenfähiges Material zu machen, wurde der Atom-Berater von US-Präsident Barack Obama, Gary Samore, am Donnerstagabend (Ortszeit). Das Erreichen dieses Stadiums wird in den USA als "breakout" (Durchbruch) bezeichnet.

Internationale Inspektoren würden einen Schritt des Iran hin zum "breakout" binnen Wochen bemerken, führte Samore aus. Damit hätten die USA und Israel genügend Zeit, sich eine geeignete Reaktion zu überlegen. Samores Äußerungen zufolge ist die US-Regierung also weniger beunruhigt über das iranische Atomprogramm als Israel. Die israelische Regierung geht davon aus, dass der Iran nur noch einige Monate von einer Atombombe entfernt ist und hatte wiederholt angedroht, iranische Atomanlagen anzugreifen. Der Iran bestreitet den Vorwurf, es nutze sein Atomprogramm zu Rüstungszwecken.

Samore stützte sich in der Online-Ausgabe der "New York Times" bei seiner Einschätzung auf Geheimdiensterkenntnisse der vergangenen Monate. Demnach ist allerdings nicht klar, welche Faktoren dem Iran bei der Anreicherung seines Uran Probleme bereiteten. Es könnte an leistungsschwachen Zentrifugen, Schwierigkeiten bei der Beschaffung notwendiger Bauteile oder den verstärkten Bemühungen des Westens, das iranische Atomprogramm durch Sanktionen zu behindern, liegen, hieß es dem Bericht zufolge.

Irans Staatschef Mahmud Ahmadinedschad erklärte unterdessen, dass sein Land zu Gesprächen mit den ständigen Mitgliedern des UN-Sicherheitsrates, darunter die USA, Russland und China, sowie mit Deutschland über das Atomprogramm bereit sei. Die Gespräche könnten Ende August oder Anfang September beginnen, sagte er der japanischen Zeitung "Yomiuri Shimbun" von Freitag.

Seine Regierung werde "versprechen", die Urananreicherung einzustellen, wenn die internationale Gemeinschaft im Gegenzug nuklearen Brennstoff liefere. Das geistliche Oberhaupt des Iran, Ayatollah Ali Chamenei, hatte dagegen am Mittwoch Gespräche mit den USA über das international umstrittene Atomprogramm seines Landes zum gegenwärtigen Zeitpunkt ausgeschlossen.

(apd/afp/nbe)
Mehr von RP ONLINE