Iran-Krise: Trump dementiert Bericht über Truppenpläne

Iran-Krise : Trump dementiert Bericht über Truppenpläne

Die USA planen im Konflikt mit dem Iran nach Angaben von US-Präsident Donald Trump derzeit keine massenhafte Entsendung von Soldaten in die Region. Berichte dahingehend seien „Fake News“. Auch der Iran schließt die Möglichkeit eines Krieges aus.

Trump nannte einen Bericht der „New York Times“ am Dienstag vor Reportern in Washington „Fake News“. Die Zeitung berichtete, die USA prüften die Entsendung von 120.000 Soldaten in den Mittleren Osten für den Fall, dass der Iran beschleunigt an Atomwaffen arbeiten oder US-Truppen angreifen sollte. Der amtierende Verteidigungsminister Patrick Shanahan habe den Plan am vergangenen Donnerstag Trumps Sicherheitsberatern vorgelegt.

Trump sagte mit Blick auf den Bericht: „Würde ich das machen? Absolut. Aber das haben wir nicht geplant. Hoffentlich werden wir das nicht planen müssen. Und wenn wir müssten, würden wir verdammt viel mehr Truppen schicken.“ Mit Blick auf die Quelle des Berichts fügte Trump hinzu: „Die "New York Times" ist Fake News.“ Trump verunglimpft kritische Medien regelmäßig als „Fake News“.

Die „New York Times“ schrieb, eine Invasion des Irans sehe der Plan nicht vor; dafür wären erheblich mehr Truppen nötig. Beim Einmarsch in den Irak 2003 hätten die USA allerdings Truppen einer ähnlichen Größenordnung eingesetzt. Unklar sei, ob Trump der Entsendung einer solch großen Anzahl Soldaten in die Region zustimmen würde.

Die Überarbeitung der Militärpläne sei von Trumps Sicherheitsberater John Bolton angeordnet worden. Der Plan spiegele den Einfluss Boltons wider, der schon unter Präsident George W. Bush auf eine Konfrontation mit dem Iran gedrängt habe.

Der Konflikt der USA mit dem Iran hat sich mit der Verhängung neuer US-Sanktionen gegen die Islamische Republik und Berichten über angebliche Sabotageangriffe auf Handelsschiffe im Persischen Golf verschärft. Die Bundesregierung und die EU äußerten sich besorgt über die Gefahr einer militärischen Eskalation am Persischen Golf, wo die USA mit Militärstützpunkten, ihrer Luftwaffe und Flotte präsent sind.

Auch Irans oberster Führer, Ajatollah Ali Chamenei, hat die Möglichkeit eines Krieges seines Landes mit den USA ausgeschlossen. „Weder wir wollen einen Krieg, noch wollen das die (USA), deshalb wird es den auch nicht geben“, sagte Chamenei am Dienstag im Staatsfernsehen.

Der Iran habe im Konflikt mit den USA jedoch „den Weg des Widerstands“ gewählt, denn Verhandlungen mit Washington seien „wie ein Gift“. Am Ende werde sich der Iran durchsetzen, sagte er. „Wir haben den stärkeren Willen und den stärkeren Glauben“, fügte Chamenei hinzu, der laut Verfassung das letzte Wort in allen strategischen Belangen hat.

(lhen/dpa)
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