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Scherwin Hadschipur Fast vier Jahre Haft für iranischen Grammy-Preisträger

Teheran · Der Iraner Scherwin Hadschipur hatte während der Protestwelle im Herbst 2022 Millionen Menschen weltweit mit seiner Ballade „Baraye“ („Für“) berührt. Kurz nach der Veröffentlichung war er verhaftet worden.

First Lady Jill Biden nimmt den Preis für den besten Song für sozialen Wandel im Namen von Sherwin Hadschipur für «Baraye» bei der Verleihung der 65. Grammy Awards entgegen. (Archivfoto)

First Lady Jill Biden nimmt den Preis für den besten Song für sozialen Wandel im Namen von Sherwin Hadschipur für «Baraye» bei der Verleihung der 65. Grammy Awards entgegen. (Archivfoto)

Foto: dpa/Chris Pizzello

Der iranische Grammy-Preisträger Scherwin Hadschipur ist nach eigenen Angaben zu drei Jahren und acht Monaten Haft verurteilt worden. Zudem sei ein zweijähriges Ausreiseverbot verhängt worden, teilte der 26 Jahre alte Sänger am Freitag auf seiner Instagram-Seite mit. Ein Gericht ordnete demnach zudem an, dass der Sänger Musik über „Amerikas Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ produzieren muss. Die Justiz habe ihm vorgeworfen, „Musik gegen das System“ geschaffen und sich mit „gegnerischen und antirevolutionären Gruppen“ zusammengeschlossen zu haben. Von offiziellen Stellen gab es zunächst keine Berichte über das Urteil.

Hadschipur hatte während der Protestwelle im Herbst 2022 Millionen Menschen weltweit mit seiner Ballade „Baraye“ („Für“) berührt. Darin gab der Künstler den Menschen, die damals im Iran gegen die repressive Politik auf die Straße gingen, eine Stimme. Kurz nach Veröffentlichung wurde der Sänger festgenommen und musste sich - wahrscheinlich unter massiver Einschüchterung - dafür entschuldigen. Vor rund einem Jahr wurde das Lied mit einem Grammy ausgezeichnet. Im Januar veröffentlichte Hadschipur erstmals nach „Baraye“ wieder einen neuen, kritischen Song.

Im Herbst 2022 hatte der Tod der jungen Kurdin Jina Mahsa Amini die bislang schwersten Proteste in der Geschichte der Islamischen Republik ausgelöst. Monatelang gingen vor allem junge Menschen auf die Straßen, um gegen das islamische Herrschaftssystem zu demonstrieren. Amini war nach einem mutmaßlich gewaltsamen Zusammenstoß mit den berüchtigten Sittenwächtern ins Koma gefallen und kurz darauf verstorben. Der Staat reagierte mit äußerster Härte.

(albu/dpa)
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